Anleihenplan Apple zapft Kapitalmarkt an

An neuen Produkten hat Apple derzeit nicht viel zu bieten. Zumindest aber die Börsianer sind aufgeregt, denn es gibt da doch noch ein "One more thing", wie der verstorbene Chef Steve Jobs neue Produkte anzukündigen pflegte: die iBonds. Trotz gigantischer Geldreserven nimmt Apple Kredit auf. Das Geld bekommen die Aktionäre.

Nichts machen Gläubiger lieber, als dem Geld zu geben, der eh genug davon hat. Und wenn das im ganz großen Stil gemacht werden kann, ist die Stimmung besonders prächtig. Darum überrascht es nicht, wenn die Börsianer die neue Apple-Anleihe feiern, die Händler zufolge an diesem Dienstag auf den Markt kommt.

Die Neuemission könnte die größte einer Nicht-Bank werden, die es in der Geschichte bislang gegeben hat. Das Volumen beträgt 17 Milliarden Dollar, melden die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg. Händler sagten dem Thomson-Reuters-Dienst IFR, es bestehe eine rege Nachfrage.

Bislang hat der iPhone- und iPad-Hersteller nicht einen Cent Schulden - das letzte Mal hat sich der Konzern vor 17 Jahren Geld am Finanzmarkt geborgt. Apple verfügt derzeit gar über Barmittel in Höhe von 145 Milliarden Dollar. Davon will das Unternehmen 100 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeben.

Bestnote gibt es nicht

Da aber nur etwa 45 Milliarden Dollar in den USA verfügbar wären und eine Umschichtung aus dem Ausland hohe Steuerzahlungen nach sich ziehen würde, muss Apple in den kommenden drei Jahren etwa 60 Milliarden Dollar auftreiben.

Unterstützt wird das Unternehmen dabei auch von der Deutschen Bank. Das Frankfurter Kreditinstitut organisiert den Gang zum Kapitalmarkt zusammen mit dem Wall-Street-Schwergewicht Goldman Sachs, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Apple-Mitteilung hervorgeht.

Apple will Anlegern Papiere mit Laufzeiten bis 2016, 2018, 2023 und 2043 anbieten. Angaben zum Umfang oder Verzinsung der geplanten Anleihe machte Apple zunächst nicht. Die Papiere haben einen festen Zinssatz und zusätzlich gibt es die Anleihen mit Laufzeiten bis 2016 und 2018 auch in Varianten mit variablem Zinssatz. Apple blieb vor der Anleihen-Platzierung trotz der gewaltigen Geldreserven die Spitzen-Bewertung der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's verwehrt.

So gab es von Moody's nur ein Rating der zweitbesten Stufe Aa1 statt Aaa. Für Unternehmen, die so stark von der Gunst der Verbraucher in den sich schnell verändernden Branchen Technologie und Mobilfunk abhingen, gebe es langfristige Risiken, hieß es zur Begründung. Von Standard & Poor's gab es ebenfalls die zweitbeste Bewertung AA+.