Apple-Zulieferer Foxconn-Arbeiter dürfen Betriebsrat wählen

Sie sollen endliche eine echte Gewerkschaft bekommen: Arbeiter beim Apple-Zulieferer Foxconn.

(Foto: dpa)

Schlechte Bezahlung, Ausbeutung und miserable Produktionsbedingungen: Der Apple-Zulieferer Foxconn stand in den vergangenen Monaten stark in der Kritik. Jetzt will das Unternehmen offenbar handeln - und plant Medienberichten zufolge, einen Betriebsrat wählen zu lassen.

Bislang ist Foxconn vor allem mit negativen Schlagzeilen aufgefallen, jetzt will der taiwanische Auftragsfertiger sein Image aufbessern. Einem Bericht der Financial Times (FT) zufolge will der Apple-Zulieferer seinen Arbeitern in China erlauben, einen Betriebsrat einzuführen, der unabhängig von der Konzernleitung sein soll. In einer geheimen Wahl sollen ein Vorsitzender sowie 20 Ausschussmitglieder bestimmt werden. Alle weiteren fünf Jahre sind weitere Wahlen geplant, wie die FT berichtet.

Foxconn reagiert mit diesem Schritt offenbar auf wachsende Kritik von innen und außen. Durch den hohen Produktionsdruck bei Apples neuem iPhone 5 kam es nach Informationen der Organisation China Labor Watch zuletzt im Oktober vergangenen Jahres zu Streiks an den chinesischen Produktionsstätten. Schon früher hatten Tausende Arbeiter gegen die miserablen Arbeitsbedingungen protestiert, es kam zu Massenschlägereien. Eine Serie von Suiziden unter den Beschäftigten heizte die Diskussion zusätzlich an.

Apple reagierte darauf und engagierte die Organisation Fair Labor Association (FLA), die sich weltweit für Mindeststandards in Fabriken einsetzt, um Missstände aufzudecken. Das war im März vergangenen Jahres. Damals reagierten die beiden Unternehmen mit guten Vorsätzen: Sie vereinbarten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, Dienstzeiten zu verkürzen und mehr Geld zu zahlen. Außerdem sollten Gesundheitsgefährdungen abgebaut werden - und Manager sollten sich mehr aus den Gewerkschaften raushalten.

Nun will Foxconn mit Unterstützung der FLA damit anfangen, die Arbeiter zu schulen: Sie sollen lernen, wie die Wahl ihrer Vertreter überhaupt funktioniert. Laut FT sollen die etwa 1,2 Millionen Beschäftigten bis zu 18.000 Gewerkschaftsausschüsse wählen. Besonders junge Foxconn-Arbeiter wüssten oft gar nicht, was eine echte Gewerkschaft zu tun habe, weil sich die bisherige Einrichtung nicht um die Sorgen der Mitarbeiter gekümmert habe und von Managern dominiert gewesen sei, schreibt das Blatt.

Für Apple ist der Schritt deshalb so wichtig, weil das Unternehmen zuletzt immer stärker mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, seine Gewinne auf dem Rücken chinesischer Arbeiter einzutreiben - für das Image des Konzerns ist das verheerend. Apple verdiente allein im letzten Jahresviertel 2012 mehr als 13 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr 2011 waren es 26 Milliarden Dollar.