Apple Watch Begleiter in allen Preislagen

  • Bislang ist der Erfolg von Smart Watches eher überschaubar. Nun versucht der iPhone-Konzern, Bewegung in den Markt zu bringen.
  • Die Apple Watch kommt am 24. April in den Handel - und kostet je nach Version zwischen 399 Euro und mehr als 11 000 Euro.
  • Ein Erfolg wird die Uhr aber nur werden, wenn Apple nicht nur das Gerät, sondern auch eine Vielzahl von Anwendungen anbieten kann, die sie im Alltag unverzichtbar macht.
Von Helmut Martin-Jung, Berlin

"Blick auf die Uhr: Ach, der Chef ruft an. Nee, nicht hier in der Oper. Außerdem: Heute erst 5436 Schritte gegangen - zu wenig. Ach Gott: Morgen ist der Termin mit dem Dingsda." Fast alle bekannten Hersteller haben schon Computer-Uhren im Programm, sogenannte Smart Watches, die all das können. Der Verkaufserfolg bisher: eher mäßig. Doch jetzt kommt Apple. Das schlicht Apple Watch genannte Stück Elektronik wurde am Montagabend im Detail vorgestellt, kurz präsentiert hatte es die Firma aus Cupertino, Kalifornien, schon im September. Die Uhr wird ab 24. April verfügbar sein, auch in Deutschland - wer ein besonderes Modell will, muss aber tief in die Tasche greifen.

Die Marktforscher von Gartner erwarten, dass in diesem Jahr 40 Millionen Smart Watches verkauft werden, nach zehn Millionen im Jahr 2014 und nur zwei Millionen im Jahr davor. 2016 könnten es Gartner zufolge schon 60 Millionen sein. Dann dürfte die neue Kategorie als etabliert gelten.

Das ist die Smartwatch-Konkurrenz

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Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple dazu wesentlich beiträgt. Da waren etwa die iPod-Musikspieler, lange davor schon der erste Computer mit Maus. Als die Kalifornier 2007 das erste iPhone vorstellten, waren die Erwartungen zwar schon sehr hoch gewesen. Dass sich daraus eine ganze Industrie rund um Apps, Dienstleistungen und nicht zuletzt die Sucht entwickelte, ständig auf die kleinen Bildschirme zu starren, hatte keiner erwartet. Das nächste Produkt, dessen Computerisierung Apple besser als andere machen will, die Uhr, ist die erste wirklich neue Kategorie, die der Konzern seit 2007 auf den Markt bringt.

Apple steigt endgültig ins Luxusgeschäft ein

Dass man so lange nichts wirklich Neues hatte zeigen können, hatte Apple unter Druck gesetzt. Die Firma machte zwar Geld, vor allem mit den iPhones, sei aber nicht mehr innovativ. Wohl auch deshalb war die Uhr, wiewohl noch lange nicht fertig, schon im Herbst gezeigt worden. Aber es gab noch einen anderen Grund. Während Apple mit dem iPhone einen Vorsprung von mindestens einem, vielleicht sogar zwei Jahren hatte, hat die Konkurrenz bei den sogenannten Smart Watches diesmal vorgelegt - aus der Angst heraus, Apple wieder hinterherhecheln zu müssen. Apple schlug so im September einen Pflock ein, Motto: Wartet mal ab!

Damit die Apple Watch ein durchschlagender Erfolg werden kann, muss sie nun aber das bessere oder auch das attraktivere Angebot sein. In einer Kategorie wird sie nicht gewinnen: beim Preis. Die billigste Apple Watch wird 399 Euro kosten, die Preise der weiteren Modelle liegen deutlich darüber - bis hin zur goldenen Version, die es nur in ausgewählten Läden geben wird und deren Preis bei 11 000 Euro beginnt. Damit tritt Apple endgültig ein ins Segment der Luxusgüter.

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Um den kleinen Bildschirm gut zu nutzen, hat sich Apple viel einfallen lassen. Ein seitlicher Knopf, den man drehen und drücken kann, hilft beim Vergrößern und Verkleinern des Bildschirminhalts. Der Screen ist zudem druckempfindlich. Bereits zum Start stehen viele Apps zur Verfügung. Apple zeigte bei der Präsentation außerdem ein neues MacBook, das nur gut 900 Gramm schwer ist und an der dicksten Stelle nur 13,1 Millimeter misst.