Apple streitet um Namensrecht Chinesische Behörde beschlagnahmt iPads

Nicht nur Apple will mit dem Namen "iPad" Geld verdienen. Die chinesische Firma Proview hat geklagt, sie sei Inhaber der Namensrechte - und hat gewonnen. Die ersten Händler in China nehmen die Tabletcomputer aus den Regalen. Behörden im Norden des Landes haben sogar Dutzende Geräte beschlagnahmt.

Für gewöhnlich zerrt Apple Konkurrenten vor Gericht, wenn sie Kopien der eigenen Geräte verkaufen - und oft bekommt das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino dann auch Recht. Nicht so auf dem chinesischen Markt: Hier beansprucht der Elektronikhersteller Proview Technology die Rechte an dem Namen "iPad" für sich. Ein chinesisches Gericht hat diesen Anspruch im Dezember bestätigt. Der Hersteller der beliebten Tabletcomputer verlor dadurch regional die Namensrechte an der Marke "iPad". Jetzt hat das Urteil erstmals Konsequenzen auch für den Absatz der Geräte in China.

In der Stadt Shijiazhuang, im Norden des Landes, hat die örtliche Behörde in mehreren Geschäften iPads beschlagnahmt. Ein Beamter bestätigte, dass ein Inspektionsteam die Geräte konfisziert hat. Lokalen Medienberichten zufolge sollen mindestens 45 iPads mitgenommen worden sein. Ob die Gewerbeaufsicht in anderen Teilen Chinas dem Beispiel folgt und die Geräte aus den Regalen nimmt, ist unklar.

Hintergrund des Streits ist ein Computer, den Proview International 2001 unter der Bezeichnung "I-Pad" in China registriert hatte. Apple hatte die Rechte an der Marke zwar später gekauft, allerdings würde dies nicht für die Proview-Tochter in Shenzhen gelten, so die Richter. Diese besitzt die Rechte für China, daher dürfe Apple die Marke "iPad" in China nicht nutzen.

Und Proview hat eine weitere Klage eingereicht: Das Unternehmen will einen Verkaufsstopp von Apples Tabletcomputern in ganz China durchsetzen lassen - und verlangt zusätzlich Schadensersatz in Höhe von fast 1,2 Milliarden Euro für die angebliche Markenrechtsverletzung.

Zuletzt hatte Apple in Deutschland einen Rückschlag im Patentstreit mit Konkurrent Motorola erlitten: Nach dem Urteil des Landgerichts Mannheim kann das amerikanische Unternehmen theoretisch den Verkaufsstopp mobiler Geräte von Apple veranlassen, in denen ein Technik-Patent von Motorola verwendet wird.

Die schlechten Nachrichten aus Fernost können dem Erfolg des Unternehmens an der Börse allerdings nichts anhaben. Dank der Verkaufszahlen von iPhone-Handy, iPad-Tablet und Mac-Computern stieg der Aktienkurs des Elektronikkonzerns am Montag im New Yorker Handel erstmals über die Marke von 500 Dollar. Der Konzern ist damit nun insgesamt 467 Milliarden Dollar schwer - mehr als jedes andere Unternehmen der Welt.