Apple Anleger sorgen sich um iPhone 5

Ein Passant fotografiert den Apple-Store in Sydney mit seinem Samsung Galaxy.

(Foto: REUTERS)

Hat Apple Probleme mit seinem neuesten Handymodell? Statt einem Engpass bei der Produktion gibt es womöglich einen Engpass bei der Nachfrage. Der Handyhersteller soll deshalb die Bestellung von Bauteilen für das iPhone 5 zurückgefahren haben. Die Anleger sind verunsichert.

Es ist schon kurios: Nach dem erfolgreichen Verkaufsstart des iPhone 5 im Herbst fürchtete Apple, die Zulieferer könnten bei der Produktion der Smartphones mit der Nachfrage nicht mithalten. Nun, nur wenige Monate später, ist offenbar genau das Gegenteil der Fall: Apple hat angeblich die Bestellung von Bauteilen für das iPhone 5 wegen niedrigerer Nachfrage gesenkt. So seien für das laufende Quartal nur halb so viele Bildschirme geordert worden wie ursprünglich geplant, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. Auch Bestellungen für andere Komponenten seien zurückgefahren worden.

Ursprünglich sollten im laufenden Quartal 65 Millionen LCD-Screens bei den Lieferanten Japan Display, Sharp und LG Display bestellt werden, berichtet die japanische Zeitung Nikkei. Japan Display werde den Ausstoß nun aber vorübergehend wohl um 70 bis 80 Prozent verringern, hieß es in dem Blatt. Das Werk von Sharp in der Präfektur Mie werde die Produktion im Januar und Februar um 40 Prozent drosseln.

Berichte über niedrigere Apple-Bestellungen bei Zulieferern tauchen immer wieder auf und bedeuten oft nicht so viel: Zum Teil werden die Aufträge nur umgeschichtet. Im aktuellen Fall brachten die Insider laut Wall Street Journal den Rückgang aber direkt mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfrage in Verbindung.

Samsung schafft Rekordgewinn

Das trifft nicht nur die Zuliefer hart, die von den Bestellungen aus den USA abhängig sind. Auch für Apple selbst ist die Nachfrage ein schlechtes Zeichen. Das iPhone 5 sollte die starke Position des Konzerns aus Kalifornien verteidigen helfen. Apple hatte im dritten Quartal 2012 einen Marktanteil von etwa 15 Prozent - Samsung hat das US-Unternehmen bereits als Marktführer abgelöst.

Im dritten Quartal kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von dem südkoreanischen Konzern. Samsung hatte erst vergangene Woche das fünfte Rekordquartal in Folge gemeldet: Von Oktober bis Dezember 2012 verdiente der Hersteller der Galaxy-Smartphones nach eigenen Schätzungen mehr als sechs Milliarden Euro - ein Zuwachs zum Vorquartel um 8,6 Prozent.

Die Börse reagierte nervös auf den Rückgang der Bestellungen: Im Frankfurter Aktienhandel verloren die Apple-Papiere an diesem Montag im frühen Geschäft rund zwei Prozent. Seit dem Hoch im September - als die Aktien in den USA kurz mehr als 700 Dollar kosteten - haben die Apple-Papiere rund ein Viertel ihres Wertes verloren. Spannend wird es nun am 23. Januar: Dann wird das Unternehmen Zahlen vorlegen.