Außerplanmäßige Rentenerhöhung und mehrfache Morddrohungen für einen Bundestagsabgeordneten - ein Stoff, der nach einem Krimi schreit. Leider war es nur "Anne Will".
Voraussichtlich ab Juni gönnt die große Koalition um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den etwa 20 Millionen Rentern mehr Geld. 1,1 Prozent mehr Rente, und damit mehr als doppelt so viel wie eigentlich per Gesetz vorgesehen, sollen dann jeweils am Monatsende auf die Konten der "Silver Surfer"-Generation überwiesen werden. Zwischen sieben und acht Euro mehr bedeutet das für den von den Statistikern errechneten "Eckrentner". Nicht gerade viel für den Einzelnen - aber ausreichend, um eine gesellschaftliche Debatte anzuheizen. In die hat sich kürzlich sogar der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog eingeschaltet und von einer "Rentner-Demokratie" gesprochen.
Die Diskutanten kratzen bei "Anne Will" nur an der Oberfläche der Rentenproblematik. (© Screenshot: sueddeutsche.de)
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Auch Talklady Anne Will nahm sich des Themas an - und wollte ihm unter dem Titel "Die Rentner-Republik - die Alten übernehmen die Macht" wohl auch gleich noch einen neuen Drive verpassen. Denn Macht, das lehrte schon Max Weber, wird als Chance verstanden, den eigenen Willen auch gegen den Widerstand der Betroffenen durchzusetzen. Das gesamte politische System, so die Quintessenz der Überschrift zur Sendung, könnte in Frage gestellt werden - wenn sich die Alten nur zusammenrotten würden.
Keine Frage: Das Thema außerplanmäßige Rentenerhöhung muss diskutiert werden - allerdings anders, als in der ARD geschehen. 60 Minuten lang kratzten die Diskutanten nur vorsichtig an der Oberfläche einer Thematik, die reichlich Zündstoff birgt. Eine "Explosion" und damit ein stimmungsgeladenes Wortgefecht wurde ebenso vermieden wie ein realistischer Renten-Vorschlag, der den Generationenvertrag berücksichtigt, die jüngeren Beitragszahler aber nicht übermäßig belasten würde. Schade eigentlich.
Forum für Spahn
Vielmehr machte die Talksendung über weite Strecken den Eindruck, als solle dem CDU-Vertreter Jens Spahn ein eigenes Forum geboten werden. In der vergangenen Woche hatte der 27-Jährige Morddrohungen erhalten - weil er gegen das Renten-Wahlgeschenk von Kanzlerin Merkel öffentlich gestänkert hatte. Was hatte der gelernte Bankkaufmann sich nicht alles anhören müssen: "Rotzlöffel" und "Hosenscheißer" sind nur zwei Beispiele. Die Senioren-Abteilung der nordrhein-westfälischen CDU drohte bereits mit dem Ende der Spahn'schen Polit-Karriere, die eigentlich gerade erst angefangen hat.
Bei Anne Will allerdings fand der junge Westfale eine breite Bühne. "Überrascht" und "verwundert" sei er ob der heftigen öffentlichen Schelte auch aus den eigenen Reihen. Die Morddrohungen seien "nicht geplant in die Öffentlichkeit gekommen", erläuterte er gleich zu Beginn der Sendung mit unschuldigem Blick. Da wolle er jetzt auch eigentlich gar nichts mehr zu sagen. Komisch nur, dass er der Münsterschen Zeitung am Donnerstag jede Menge Details zu den schriftlichen Morddrohungen verriet. Mit der am Sonntagabend zur Schau gestellten Diskretion geht das gar nicht zusammen.
Lesen Sie auf Seite 2, wer der einzige Lichtblick der Sendung war.
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Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
...ist der titel des artikels.
was sonst hat der zuschauer erwartet?
offene kritik und einsichtige antworten?
gestaendisse der versaeumnisse und fehlinformationen?
das aufzeigen der tatsaechlich dramatischen situation?
das renten(problem) ist ein rein mathematisches preoblem, dessen ausmass mit den arethmetischen faehigkeiten eines 6. klaesserls auszurechnen sind.
doch die rechenkuenste unserer grossen koalition sind ja unweit bekannt. 16 und 2 sind bekanntlicherweise 19(% MwSt).
seit 28 jahren zahle ich ununterbrochen in die renten, arbeitlosen, sv, etc. kasse ein. ich werde noch 27 jahre arbeiten muessen (falls ich das erlebe). ich verbringe die meiste zeit meines lebens mit arbeit. zahle steuern fuer jeden euro den ich bekomme und zahle steuern bei jedem euro den ich ausgebe. ich kann nicht einen cent von der steuer absetzen (bis jetzt).
den gang zur wahlurne kann man sich mittlerweile nicht mal mehr schoensaufen.
macht was ihr wollt aber lasst mich mit dem gewinseln und den dummen hirn- und halt losen spruechen der volksverteter (und volksfreunde) in ruhe. erloese mich von denen die diesen menschen auch noch eine plattform geben um sich ihres geistigen durchfalls auch noch oeffentlich zu entledigen.
als entscheidungsgrundlage fuer das kreuz auf dem naechsten wahlzettel kann es jedenfalls nicht dienen.
ich wuerde gerne mal im sabine christiansen / anne will archiv nach den '"best of" widerspruechen von gaesten innerhalb eines jahres' suchen. da koennte man bestimmt einen abendfuellenden abend gestalten.
naja schön ist das nicht. Für mich als Pensionär wäre es aber schlimmer wenn es hieße:
" Die Jungen beuten die Alten aus."
Die Armen sollen arm bleiben und die Reichen sollen reicher werden.
Wie anders kann ich denn die Masse manipulieren? Doch nur damit indem ich die Armutskeule immer wieder schwinge.
... vor manchen steht heute nicht nur ein Teller sondern 3 bis 15 Teller und andere haben nicht einmal einen halben Teller vor sich stehen.
Daher müsste eigentlich keiner hungern oder würde irgendwas vermissen müssen wenn das Geld anders verteilt werden würde.
Vielleicht weil es "Themenwoche" heisst und deshalb der Verdacht naheliegt, das nicht das ganze Spektrum des Schwerpunkts in einer 60Minuten-Sendung abgehandelt werden wird. Sagt mir jetzt meine Logik. Aber ein bisschen Hausverstand und Logik sind wohl kein "Must" mehr heutzutage.
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