In Zeiten der Krise sind Staatsanleihen sind mehr gefragt denn je. Doch das lässt die Renditen schrumpfen. Für Anleger ist Festgeld die bessere Wahl.
Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst der Deflation. Sie herrscht, wenn die Preise sinken und das Geld immer mehr wert wird.
Renditen zweijähriger Staatsanleihen Deutschlands und der USA im Vergleich. (© Grafik: SZ)
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Was Geizhälse freut, ist eine ernste Gefahr für die Wirtschaft - und Treibstoff für den Rentenmarkt. Während die Aktienkurse in den Keller stürzen, es Hiobsbotschaften aus den Unternehmen hagelt und die Konjunktur am Abgrund taumelt, feiert der Markt für Staatsanleihen sein Revival.
In Zeiten der Krise schlägt die Stunde der Bundesanleihen. So groß ist die Nachfrage, dass die Kurse in die Höhe schnellen. Anleger konnten damit gut verdienen. Rentenfonds, die im Euroraum investieren, brachten in diesem Jahr bis zu acht Prozent Ertrag.
Die Kehrseite der Rally: Die Renditen schnurrten zusammen. Zehnjährige Bundesanleihen bieten nur noch 3,4 Prozent Rendite, US-Staatsanleihen sogar nur 3,3 Prozent.
Unwiderstehliche Staatsanleihen
Die Renditen dieser sogenannten Treasuries sind seit Anfang November von rund vier Prozent auf zeitweise unter drei Prozent gesunken - damit wurden die bisherigen Tiefststände vom Juni 2003 unterboten. "Der Deflationsdruck ist so immens, dass die Renditen auf die Rutschbahn geraten sind", sagt Eugen Keller, Analyst beim Bankhaus Metzler.
"Auch für Bundespapiere kommt das Allzeittief von drei Prozent Rendite in Reichweite, das im September 2005 markiert worden ist." Kurzfristig sei aber mit einer Bewegung in die entgegengesetzte Richtung zu rechnen.
Drei Gründe gibt es, warum Staatsanleihen vielen Anlegern unwiderstehlich vorkommen: Erstens versprechen sie Sicherheit. In Zeiten, da Aktienkurse abstürzen, Rohstoffpreise im freien Fall sind und Immobilienmärkte zusammenbrechen, dienen Staatsanleihen als sicherer Hafen. Sparer dürfen erwarten, dass der Staat die Zinsen pünktlich überweist und am Ende der Laufzeit brav das geliehene Geld zurückzahlt.
Reizwort Deflation
Zweitens ist der Konjunkturausblick inzwischen rabenschwarz, in den Industrieländern gilt eine tiefe Rezession als ausgemacht, egal ob in den USA, im Euro-Raum, Großbritannien oder Japan. Drittens schließlich lässt der Anstieg der Verbraucherpreise nach. Galt im Juli noch die Inflation als Schreckgespenst, so erhitzt dieser Tage das Reizwort Deflation die Gemüter.
In den USA ist die Inflationsrate dramatisch gefallen - von 5,6 Prozent im Juli auf zuletzt 3,7 Prozent, in der Euro-Zone ging sie von 4,0 auf 3,2 Prozent zurück.
Lesen Sie auf zweiten Seite, warum Anleger mit einem Investment in Unternehmensanleihen möglicherweise noch warten sollten.
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