Anleihekäufe der EZB Das große Experiment

Die EZB hält als Institution den Euro zusammen - und wird deshalb zunehmend politisiert.

(Foto: dpa)

Die Europäische Zentralbank will 1,1 Billionen Euro in den Markt pumpen, um die Wirtschaft zu retten. Doch kann das überhaupt klappen - und wenn ja, zu welchem Preis? Zwei Szenarien.

Von Nikolaus Piper und Markus Zydra

Es ist ein historisches Ereignis: Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken der Euro-Zone haben am Montag mit dem Ankauf von Staatsanleihen begonnen. Bis September 2016 möchte die EZB 1,1 Billionen Euro in das Finanzsystem schleusen.

Diese Maßnahme gilt als riskantes Experiment: Im besten Fall kommt Europas Wirtschaft so wieder in Fahrt. Im schlimmsten Fall gewöhnt sich der Finanzsektor an das billige Geld - und erschwert der EZB damit die Beendigung der Rettungsaktion.

Ein Händler sagte am Montag, deutsche, französische und belgische Bonds seien an die entsprechenden nationalen Notenbanken verkauft worden. Das Programm sieht Anleihen-Käufe im Volumen von rund 60 Milliarden Euro im Monat vor. Die Ankäufe durch die EZB entfalten bereits Wirkung: Italien und Spanien erhalten so günstig Staatskredit wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Zwei Szenarien, wie es weitergehen könnte.