Anheuser-Busch Brauerei soll Budweiser-Bier gestreckt haben

Dem Brauereikonzern Anheuser-Busch wird zur Last gelegt, Budweiser-Bier und andere alkoholische Getränke mit Wasser gestreckt zu haben

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Anheuser-Busch drohen Klagen: Der Brauereikonzern soll alkoholische Getränke mit Wasser verlängert haben, um höhere Profite zu erzielen. Angeblich gehört der Etikettenschwindel zur Unternehmenspolitik.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Wegen des angeblichen Verdünnens von Bier ist in den USA eine Verbraucherklage gegen den weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev eingegangen. Wie die Anwälte der Kläger mitteilten, wird dem Brauer zur Last gelegt, Budweiser-Bier und andere alkoholische Getränke mit Wasser gestreckt zu haben, um höhere Profite zu erzielen. Auf den Etiketten sei ein falscher Alkohol-Gehalt ausgewiesen worden. Anheuser wies die Vorwürfe zurück. Eine Klage sei bereits am Freitag an einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht worden, sagten die Anwälte. Weitere Klagen sollten noch in dieser Woche folgen.

"Ich denke, ein Konzern sollte seine treuen Kunden nicht belügen", erklärte eine Klägerin, Nina Giampaoli, laut einer von der Anwaltskanzlei Mills Law veröffentlichten Pressemitteilung. "Ich fühle mich betrogen. Egal welches Produkt - man sollte sich auf die Informationen auf dem Etikett verlassen können." Mills Law reichte die Klage bereits am Freitag bei einem Gericht in San Francisco ein. Darin heißt es, Anheuser-Busch habe nicht nur Budweiser mit laut Etikett fünf Prozent Alkohol verwässert, sondern auch die Sorten Bud Ice, Bud Light Platinum und Michelob.

Verwässerung soll Unternehmenspolitik sein

Der Tipp über die falschen Informationen auf den Etiketten sei von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den USA gekommen. Einige hochrangige Anheuser-Mitarbeiter hätten zudem bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern.

Anheuser-Busch in St. Louis im Bundestaat Missouri wies die Anschuldigungen zurück. Sie seien "vollkommen falsch und grundlos". Manager Peter Kremer erklärte, der Konzern halte sich exakt an die Kennzeichnungs-Vorschriften für alkoholische Getränke. Anheuser-Busch braue auf "höchstem Standard" - und das habe seine Biere zu den bestverkauften in den USA und auf der ganzen Welt gemacht. In Deutschland ist der Brauer mit den Marken Beck's, Hasseröder und Löwenbräu vertreten. Er hat seinen Hauptsitz in Belgien.

Budweiser von Anheuser-Busch hat nichts gemein mit dem Budweiser der tschechischen Brauerei Budjovický Budvar, die ihr Bier hierzulande verkauft. Beide Brauereien führen seit Jahren einen erbitterten Streit um die Marke mit zahlreichen Markenanträgen und gerichtlichen Verfahren.