Zur Abwendung einer Rezession üben US-Regierung und Notenbank den Schulterschluss: Präsident Bush erklärte, er halte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm für dringend nötig.

Der Präsident der US-Notenbank Federal Reserve Ben Bernanke gab Bush Rückendeckung und signalisierte zudem, die angeschlagene Wirtschaft mit kräftigen Zinssenkungen anzukurbeln.

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Bush sei der Ansicht, dass kurzfristig Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur erforderlich seien, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto.

Details noch unbekannt

Umfang und Details eines möglichen Pakets sind noch nicht bekannt. Es zeichnet sich aber ab, dass Abgeordnete beider Parteien im Jahr der Präsidentenwahl die Wirtschaft mit bis zu 125 Milliarden Dollar ankurbeln wollen. Damit wollen sie auch die Kaufkraft der Verbraucher stärken, die unter anderem unter fallenden Häuserpreisen und hohen Benzinkosten leiden.

Bernanke erklärte vor einem Kongress-Ausschuss, die amerikanische Wirtschaft verliere in diesem Jahr zwar etwas an Schwung, es werde aber keine Rezession geben. Zugleich deutete er die Möglichkeit einer weiteren Leitzinssenkung bei der nächsten Notenbanksitzung am 30. Januar an.

Ausblick verschlechtert sich

Bernanke sagte, ein Anschub durch die Steuerpolitik könnte durchaus sinnvoll sein: "Ein Impuls durch Fiskal- und Geldpolitik könnte der Wirtschaft mehr Unterstützung liefern als die Geldpolitik allein." Der wirtschaftliche Ausblick habe sich zuletzt weiter verschlechtert. Auch die Lage auf den Finanzmärkten bleibe fragil. Dennoch rechnet die Notenbank Bernanke zufolge noch nicht mit einer Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft.

Bernanke sprach sich für zügige Maßnahmen aus. Es gehe darum, "in naher Zukunft Geld in die Hände von Haushalten und Firmen zu geben, die es dann ausgeben", sagte der Notenbankchef. Ein Maßnahmenpaket zur Stimulierung der Wirtschaft dürfte aber nur für eine bestimmte Zeit gelten, damit es keine langfristige Komplikationen für den Haushalt gebe.

Einer weltweiten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters vom Donnerstag zufolge beziffern Banken die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA jedoch mittlerweile im Schnitt auf 45 Prozent. Neben der Immobilienkrise haben zuletzt ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit, eine nachlassende Industrietätigkeit und sinkende Einzelhandelsumsätze die Furcht geschürt, dass die USA nach sechs Jahren Wachstum in eine Rezession abrutschen könnte.

Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge schrumpft.

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(Reuters/AP/mah/ckn)