Maria-Elisabeth Schaeffler will die IG Metall als Unterstützer für ihre Forderung nach Staatshilfen gewinnen - mit weitreichenden Zugeständnissen an die Gewerkschaft.
Maria-Elisabeth Schaeffler will den Gewerkschaften nach SZ-Informationen weitreichende Zugeständnisse machen. Sie erhofft sich davon einen leichteren Zugang zu Staatshilfe für ihren notleidenden Autozulieferer. Schaeffler plant, in dem Unternehmen die Mitbestimmung einzuführen, eine Beteiligung der Mitarbeiter zuzulassen und sich zu mehr Transparenz zu verpflichten.
Bild vergrößern
Demonstrant vor dem Schaeffler-Werk in Herzogenaurach (Archiv): Einsatz für staatliche Unterstützung (© Foto: AP)
Anzeige
Wie die Süddeutsche Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, hat sich Schaeffler mit IG-Metall-Chef Berthold Huber weitgehend auf ein gemeinsames Eckpunktepapier geeinigt. Die Unternehmerin hatte sich an Huber gewandt und ihn um Hilfe bei ihrem Bemühen um Staatshilfe gebeten. Ohne diese droht Schaeffler nach Einschätzung von Gewerkschaftern angesichts von mehr als zehn Milliarden Euro Schulden aus der Übernahme der Continental AG in absehbarer Zeit die Insolvenz. Der bayerische SPD-Oppositionsführer Franz Maget bezifferte nach einem Gespräch mit Schaeffler den Finanzbedarf auf bis zu sechs Milliarden Euro für die kommenden zwei bis drei Jahre.
Den Kontakt zwischen der Unternehmerin und IG-Metall-Chef Berthold Huber hat nach SZ-Informationen der frühere SPD-Vorsitzende und Ex-Bundesminister Rudolf Scharping eingefädelt. Es heißt, er agiere seit geraumer Zeit hinter den Kulissen als Vermittler zwischen beiden Seiten. Seit seinem Ausscheiden aus der Politik betreibt Scharping eine Agentur für Strategieberatung und Kommunikation.
Seine Ehefrau Kristina Gräfin Pilati und Maria-Elisabeth Schaeffler kennen sich dem Vernehmen nach lange und gut. Während Scharping für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, bestätigte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer "dass es solche Kontakte und Gespräche gibt". Ähnlich äußerte sich ein Schaeffler-Sprecher. Zu den Inhalten wollten beide nichts sagen.
Einführung der Mitbestimmung
Nach SZ-Informationen sind Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg weitgehend auf die Forderungen der IG Metall eingeschwenkt. Kernpunkt ist dabei die Einführung der Mitbestimmung bei dem 66.000 Mitarbeiter zählenden fränkischen Kugellagerhersteller. Eine solche hatte die Familie jahrzehntelang strikt abgelehnt. Nun aber ist man offenkundig bereit, einen von Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern paritätisch besetzten Aufsichtsrat zu installieren.
Im Gespräch ist, dafür die Gesellschaftsform des fränkischen Familienunternehmens zu ändern und dieses von einer Kommanditgesellschaft (KG) zu einer "KG auf Aktien" umzuwandeln, einer gesellschaftsrechtlichen Mischform zwischen einer Kommandit- und einer Aktiengesellschaft.
Auch andere Punkte aus einem Grundsatzpapier, das Neugebauer, dessen niedersächsischer Kollege Hartmut Meine und der Frankfurter Bezirksleiter Armin Schild formuliert haben, will Schaeffler offenbar akzeptieren. Dieses sieht auch eine nie gekannte Transparenz vor. Das Familienunternehmen soll künftig über seine wirtschaftlichen Ergebnisse ähnlich wie eine Kapitalgesellschaft die Mitarbeiter und Öffentlichkeit regelmäßig informieren, heißt es. Ferner müssten eine Zerschlagung verhindert und sämtliche Standorte und Arbeitsplätze von Schaeffler und Continental erhalten werden, heißt es in dem Papier der drei mächtigen IG-Metall-Bezirksfürsten.
Die Unterstützung der Gewerkschaft kann für Schaeffler zur Überlebensfrage werden. "Ohne die IG Metall hätte man deutlich schlechtere Chancen auf Staatshilfe", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. So aber könne vor allem die SPD in Berlin dem Familienunternehmen Staatshilfe kaum verweigern.
Bislang sind die Sozialdemokraten in dieser Angelegenheit gespalten. Während Fraktionschef Peter Struck sich für eine Unterstützung ausgesprochen hat, sagte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz dem Tagesspiegel am Sonntag: "Man kann nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen. Wir sind nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardärinnen und Milliardären geradezustehen." Es könne nicht sein, so Scholz, "dass jemand, der sich verspekuliert hat, auch noch Reibach auf Staatskosten macht". Auch in der Union ist das Thema umstritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Hilfen bislang ab.
Maria-Elisabeth Schaeffler versicherte, man werde etwaige Hilfen "mit Zinsen auf Heller und Pfennig zurückzahlen". In der Bild am Sonntag warnte sie vor einer Zerschlagung ihres Unternehmens.
- Schaeffler und Conti "Nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen" 21.02.2009
- Milliardenverlust für 2008 Hohe Schulden erdrücken Continental 19.02.2009
- Schaeffler-Demo Wenn die Chefin feuchte Augen bekommt 18.02.2009
- Automobilzulieferer "Wir sind Schaeffler" 18.02.2009
- Autozulieferer IG Metall fürchtet Kollaps von Schaeffler 17.02.2009
(SZ vom 23.2.09/lala)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Bevor irgendwelche Steuergelder fließen, muß die Schäffler Familie,(mit Sohn) erst Ihr ganzes Vermögen einbringen, Damit der Conti Deal erst möglich wurde, haben die Banken die Schuld, die diesen Größenwahn zu 100 % finanziert haben. Wer kein Eigenkapital hat kann normal auch nichts kaufen, das wäre gesunde Marktwirtschaft. Nur weil der Aktienkurs von Conti eingebrochen ist, ist ja Conti heute nicht nur 20 % vom damaligen Preis wert. Tatsache ist, das alle damaligen Entscheider zum Rechnen zu dumm waren und alles nur durch die rosarote Brille gesehen haben, vor lauter Größenwahn. Alle diese Entscheider sollten als erstes zur Kasse gebeten werden.
Und jeder Politiker, der mit dieser Frau Gespräche führt, ist suspekt und unglaubwürdig.
Sie hat den Arbeitern Milliarden gestohlen, Nillionen an Subventionen eingesteckt und nun bettelt sie, auf Knieen rutschend, die Gewerkschaften um Mitbestimmung. Verlogener geht es nicht mehr.
Das ist keine Unternehmerin. Das ist kein Vorbild. Das ist eine Schande. Und hochpeinlich!
Hier muss ganz schnell Konkurs angemeldet werden und die Schefflers sollen sich mit Ihrem Geld sonst wohin scheren.
Das ist nicht das Ende der Betriebe. Nur das Ende dieses ausgewiesen unfähigen Management.
Frau Merkel wird schon helfen. Wenn man sich auf eins verlassen kann: unsere Kanzlerin wählt den falschen Weg. Leider!
"Eine Mitbestimmung hatte die Familie jahrzentelang strikt abgelehnt."
Die Ungereimtheiten werden immer besser. Da entzieht sich ein Grosskonzern jahrzentelang normaler Arbeitnehmermitbestimmung, schafft ein Milliardenvermögen,
womöglich über ausländische Steuerparadiese und will jetzt nach reichlich
Unvermögen von der geschmähten Allgemeinheit aus dem Schlamassel befreit werden!?
Untergehen lassen !!
Es werden sich bessere "Unternehmer" finden lassen!
rick.sander
Welche Banken prüfen denn bis hinter welches Komma ?? J.Schneider schon vergessen?
Zu entscheiden hat der Unternehmer. Banken schätzen nur die risiken ab - ob sie das investierte mit Gewinn zurückbekommen = Sicherheiten ausreichend sind.
Und zu Conti ist anzumerken, das die Werte für VDO eingestzt wurden. Die "Werte"schlummern nun bei Siemens -DIE Bank mit angegliederter Elektroabteilung.
Damit hat Siemens ein ganzes Bündel faule Eier in der Wirtschaft verteilt.
Die IG Metall hat es schon immer prima verstanden für die eigenen Funktionäre und die gut bezahlten Arbeiter persönliche Vorteile herauszuholen - zum Nachteil zum Beispiel von Autokäufern.
Jetzt macht die IG Metall gemeinsame Sache mit Milliardären um an das Geld (Steuern!) normal verdienender Arbeitnehmer zu kommen.
Wieso soll das Unternehmen nicht in die Insolvenz gehen, wenn Frau Schäffler nicht ihr Privatvermögen vollständig einsetzen will?
Paging