sueddeutsche.de: Denken Sie an ein Gesprächsformat?
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Türck: Ich komme aus dem Talk. Das ist möglich.
sueddeutsche.de: Angeblich entwickeln Sie etwas mit stern.de.
Türck: Ja, auch mit dem Stern haben wir gesprochen. Aber dem war unser Vorschlag eine Nummer zu groß. Wir sprechen schon seit längerem auch mit anderen Verlagen. Es wird geforscht und ausprobiert. Pilot Entertainment verfügt über fertige Formate, die wir auf dem Markt platzieren wollen.
sueddeutsche.de: In der Branche ist bekannt, dass Ihnen Fernsehsender einen Moderatorenjob angeboten haben, unter anderem offenbar Ihr alter Stammsender Pro Sieben. Sie sind in der Münchner Sendezentrale gesehen worden.
Türck: Ich war vor allem da, um Formatideen vorzustellen.
sueddeutsche.de: Sie sollten wieder eine Nachmittags-Talkshow übernehmen.
Türck: Das sagen Sie. Es gab, wie gesagt, auch andere Gründe für den Besuch. Das, was mir angeboten wurde, passt jedenfalls nicht zu dem Menschen, der ich heute bin. Andere Türen blieben mir verschlossen - wegen der schweren Vorwürfe, die mir gemacht worden waren.
sueddeutsche.de: Der in der Boulevardpresse genüsslich ausgebreitete Frankfurter Prozess hat verhindert, dass Sie seriöse TV-Moderationen übernehmen konnten?
Türck: Das stimmt allerdings. Die Vorverurteilung mit der ich zu kämpfen hatte, war mit meinem Freispruch noch lange nicht erledigt. Viele Menschen haben mich behandelt, als wäre ich verurteilt worden.
sueddeutsche.de: Aber wieder einen Nachmittagstalk zu machen, das wollten Sie partout nicht mehr.
Türck: Das bin ich nicht mehr. Das passt nicht mehr in meine Seele.
sueddeutsche.de: Was unterscheidet Ihr neues vom alten Ich?
Türck: Meine Vergangenheit liegt in der leichten Unterhaltung. Dazu gehörte, die Showtreppe herunterzulaufen und von allen beklatscht zu werden. Ich war auf Seite eins der Bravo, und damit war ich auch zufrieden. Heute bin ich ernster geworden und mache mir um ganz andere Dinge Gedanken. Durch meinen Fall beobachte ich zum Beispiel politische und gesellschaftliche Entwicklungen mit ganz anderen Augen als früher.
sueddeutsche.de: Jetzt sind Sie Unternehmer und Gesprächspartner für Manager.
Türck: Ja, die unternehmerischen Aspekte zählen, ich will langfristig etwas aufbauen. Ich hätte ja sehr schnell auf diese TV-Show-Option zugreifen können.
sueddeutsche.de: Haben Sie das Gefühl, ganz vorne dabei zu sein bei einer digitalen Revolution?
Türck: Ich setze auf ein Pferd, an das ich voll glaube. Man kann mit Kreativität eine Menge im Netz bewegen, das ist eine Herausforderung für alle. In meiner Zwangspause habe ich das Internet kennen und lieben gelernt - diese Frische, diese Kraft.
sueddeutsche.de: Wirkt nicht vieles im Web-TV für einen gestandenen Fernsehprofi amateurhaft?
Türck: Noch wird das Netz sehr stark geprägt von Laien und durch Trash. Dafür ist Youtube ein Beispiel. Man sollte, wie gesagt den User etwas ernster nehmen und ihm qualitativ anspruchsvoller gegenübertreten. Alles andere überlassen wir weiterhin ihm. Selbstbestimmung ist schließlich die größte Stärke des Internets.
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(sueddeutsche.de)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Es ist schon schlimm, wie Neid, Rache und Intrigien in Lebensläufe eindringen und diese verändern. Der Schaden ist nicht nur moralischer Art, sondern vielfach auch materiell, für manche ein Absturz bis Hartz IV. Viele ostdeutsche Künstler haben dies nach 1990 erlebt und kein Hahn hat gekräht, es waren ja die von drüben. Viele tausende Ostdeutsche haben tiefe soziale Einschnitte, Berufsverbot, Arbeitslosifgkeit usw. ohne Gerichtsurteile hinnehmen müssen. Es genügte nicht im Geheimdienst gearbeitet zu haben, sondern nur als ehrenamtlicher Helfer mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammen gearbeitet zu haben. Noch heute, im Jahre 17 nach der Wende gilt eine solche Entdeckung als Makel, der reicht um zur Unperson erklärt zu werden, Arbbeit und Ämter zu verlieren.
Türck hat Glück gehabt, dass er nicht im Osten gelebt hat, so kann er nicht mit der Stasikeule erschlagen werden.
Wieviel Hass in den Menschen doch stecken kann, nicht wahr, "Dr Mottenkugel" alias "Doktorlove". Allein schon, das "c" in Türcks Nachnamen wegzulassen - so ein Zufall. Mir scheint, Volksorgane wie "Bild" oder "Brisant" (ARD/MDR) machen ganze Arbeit in puncto Vorverurteilung. "Mutmaßlich" liest man selten, Andreas Türck hatte noch großes Glück, dass es "nur" um Vergewaltigung ging, als Ex-"Kinderschänder" oder "Rädelsführer eines internationalen Kinderporno-Rings" hätte er überhaupt keine Chance mehr. Zum Glück aber gibt es nicht nur niedere Rachegelüste, Pharisäertum, neiderfülltes Promi-Bashing. Siehe den gelungenen Wiederaufstieg von Konstantin Wecker oder Michael Friedman - das macht wieder Hoffnung. Alles Gute, Herr Türck!
in Filmen erkennt man Charaktere meistens sofort, in der Realität meistens auch.
Fand die Story damals richtig mies, eigentlich wurde er durch die Presse erst richtig ruiniert. Freut mich umso mehr wenn er sich nicht unterkriegen lässt. Vielleicht war es auch notwendig um dem Leben ein wenig mehr Sinn einzuhauchen...
Ich bin mal gespannt, was man so von dieser Firma erwarten kann. Die negativen Anfeindungen gegen die private Person kann ich nicht nachvollziehen.
Aber das scheint ja wieder mal wieder typisch bayrisch.. ehm deutsch zu sein, einer Person ein Comeback auf anderen Feldern zuzutrauen.
Ich finde es nur immer wieder erstaunlich, dass Menschen, die solch niveaulose Sendungen gemacht haben, immer wieder so viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen.
Paging