Besonders bei 1&1 haperte es bislang gewaltig. Als die Zeitschrift Computerbild Anfang des Jahres ihre Leser die besten DSL-Anbieter küren ließ, belegte 1&1 unter 18 Unternehmen den 14. Rang. Besonders im Kundenservice schnitt der Konzern miserabel ab. Und bei einer Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität vom September 2009 reichte es für den DSL-Konzern im Bereich Service nur für einen Platz im unteren Mittelfeld.

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"1&1 hat als kleine Klitsche begonnen und sich innerhalb kürzester Zeit zu einem großen Anbieter entwickelt. Da ist es klar, dass sie Probleme mit dem Service bekommen", sagt Marketing-Professor Voeth - für den eine solche Reaktion der Internetgemeinde alles andere als überraschend kommt: "Es war klar, dass diese Kampagne ein Nachspiel haben wird."

Ein Wettbewerb für den besten Fake-Spot

Nur - wie soll ein Unternehmen auf eine solche PR-Panne reagieren? 1&1 könnte auf jeden Fall versuchen, die Filme aus dem Netz zu bekommen, sagt der Kölner Medienanwalt und Professor Ralf Höcker. "Die meisten der Videos verletzen das Urheberrecht." Es sei allerdings nicht einfach, Youtube ohne gerichtliche Hilfe davon zu überzeugen, die Clips zu entfernen. Markus Voeth rät ohnehin davon ab. "Wer sich aus dem Fenster lehnt, muss auch den Gegenwind aushalten können", sagt der Marketing-Fachmann. Außerdem sei es für einen Anbieter unmöglich, "diese Internet-Welt in den Griff zu kriegen".

Voeth rät daher zu Gelassenheit. Seine Empfehlung an 1&1: "Leistung bringen. Dann hat der ganze Fall wenigstens nachträglich eine positive Wirkung". Auch D'Avis selbst hat kein Problem mit den falschen Werbespots - im Gegenteil. "Wir freuen uns darüber, weil es uns zeigt, dass sich die Leute mit der Kampagne beschäftigen", sagt der Zufriedenheits-Beauftragte. Bei 1&1 überlege man nun sogar, in einem Wettbewerb den besten Fake-Spot zu küren. Und: Der nächste Werbefilm ist bereits abgedreht.

Doch auch abseits der Filmkameras im operativen Geschäft wartet auf den Leiter Kundenzufriedenheit, der für seine Aufgabe von einer Werbeagentur "wegen meiner fachlichen Kompetenz, meines Werdegangs und meiner Telegenität unter einer geringen Anzahl geeigneter Personen" ausgewählt wurde, viel Arbeit. In den einschlägigen Internetforen tummeln sich noch zahlreiche unzufriedene Verbraucher. So beschwert sich ein ehemaliger Freenet-Kunde, 1&1 kassiere nach der Übernahme des Konkurrenten bei ihm nun doppelt ab. Ein anderer User, der sich "1und1-Opfer" nennt, klagt, er warte ein halbes Jahr auf seinen Anschluss.

Immerhin: In diesem Fall hat der DSL-Anbieter reagiert. Eine 1&1-Mitarbeiterin bat den unzufriedenen Kunden, ihr seine Kundennummer zu schicken: "Wir sehen gerne nochmal nach, wo es in Ihrem Fall hängt."

Kaum gekauft und schon geärgert - erzählen Sie uns hier Ihre schlimmsten Horror-Käufe und lesen Sie, welche Produkte andere User niemals weiterempfehlen würden.

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  1. Spott mit dem Spot
  2. Sie lesen jetzt Mangel beim Service
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(sueddeutsche.de/mel)