Die Preise für Altpapier sind um 90 Prozent eingebrochen. Viele Recyclingfirmen bringt das in finanzielle Nöte, am Ende müssen auch die Verbraucher draufzahlen.
Noch vor einem halben Jahr haben sich Kommunen und private Abfallentsorger einen erbitterten Kampf um alte Zeitungen und andere Papierabfälle geliefert. Irritierte Bürger ärgerten sich über blaue Mülltonnen, die ohne ihr Zutun vor dem Haus aufgestellt wurden und die Wege blockierten. In einigen Gemeinden und Städten kochten die Emotionen so hoch, dass Gerichte einschreiten mussten, um die Müll-Streitereien zu schlichten. Inzwischen haben sich die Vorzeichen geändert. Seit vergangenem Sommer sind die Altpapierpreise dramatisch gefallen. Aus dem lukrativen Handel mit Papierabfall wurde in kürzester Zeit ein Verlustgeschäft. Einige Entsorger, die noch vor kurzem nicht genug von dem Rohstoff an sich raffen konnten, dürften ihr Engagement heute bedauern.
Noch vor kurzem galt Altpapier als wertvoller Rohstoff. Doch ein drastischer Preisverfall hat dem Recyclingboom vorerst ein Ende gesetzt. (© Foto: DDP)
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Seit Oktober 2008 brachen die Preise für gemischtes Altpapier nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um knapp 90 Prozent ein. Bekamen die Entsorger noch vor einigen Monaten bis zu 100 Euro für eine Tonne, so werden derzeit von den Abnehmern fünf Euro und weniger gezahlt. In einigen Städten wie im baden-württembergischen Tuttlingen wurde der kostenlose Abholdienst für Altpapier bereits teilweise eingestellt. Einzelhändler und Gewerbetreibende müssen seit Jahresanfang für den Containerdienst eine Gebühr entrichten oder den Papiermüll selbst wegbringen.
Lager quellen über
Schuld an der Misere ist wie in anderen Branchen die Finanzkrise und der damit verbundene Konjunktureinbruch. Es wird weniger produziert und damit auch weniger verpackt. Viele Verarbeiter bringt das in Schwierigkeiten. "Sehr viele Betriebe haben das vierte Quartal 2008 mit roten Zahlen abgeschlossen", sagte am Mittwoch Werner Templin, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Papierrohstoffe (IG Paro). Seit Oktober seien die Auftragseingänge drastisch zurückgegangen. Die Lager quellen über. "Vor allem der Export ist beinahe vollständig weggebrochen", ergänzte Templin.
Der größte Abnehmer von Altpapier, China, habe von heute auf morgen die Annahme neuer Ware verweigert, so dass einige volle Containerschiffe aus Europa unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten mussten. Auch China leidet unter dem weltweiten Konjunktureinbruch und hat seine Produktion von Industrie-und Konsumgütern deutlich zurückgefahren. Damit sinkt auch der Bedarf an Verpackungsmaterial. Zudem hat die Volksrepublik in den vergangenen Jahren riesige Lagerbestände angehäuft, die nun sukzessive abgebaut werden können, ohne dass Nachschub geordert werden muss. "Die überschüssige Ware drängt nun zurück auf den europäischen Markt, so dass wir jetzt ein Überangebot haben, das die Preis drückt", sagte Templin weiter. Hinzu kommt auch ein heftige Einbruch im Inlandsgeschäft.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Folgen die Krise der Altpapierindustrie für deutsche Privathaushalte mit sich bringt.
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DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Nicht nur idonesische Regenwälder werden dafür abgeholzt, dafür müssen auch finnische Urwälder herhalten. Mit welcher Geschwindigkeit die Bäume bei dem dortigen Klima nachwachsen, kann man sich hoffentlich ungefähr vorstellen.
Kranke Welt - statt Altpapierklopapier zu nehmen, muss es der schönste weiße Zellstoff aus geplünderten indonesischen Regenwäldern sein, mit dem man sich den Hintern abwischt. Nach der Glühbirne sollte man auch diese Verschwendung verbieten - Altpapier gäbe es ja genug als Ersatz...