Altersvorsorge Renten steigen um mehr als vier Prozent

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Es ist die stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren: In Ostdeutschland erhalten die Rentner von Juli an beinahe sechs Prozent mehr Geld.

Seit 23 Jahren sind die Renten nicht mehr so stark erhöht worden: In Westdeutschland gibt es für die 20,6 Millionen Rentner vom 1. Juli an 4,25 Prozent mehr Geld. In Ostdeutschland sollen die Bezüge gar um 5,95 Prozent steigen, teilte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit. Das ist für Rentner die stärkste Erhöhung seit 1993, damals stiegen die Renten um 4,36 (Westen) beziehungsweise 5,55 Prozent (Osten).

Für den außerordentlichen Anstieg im Jahr 2016 gibt es mehrere Gründe. Eine zentrale Rolle spielen die gute Beschäftigungslage und die gestiegenen Einkommen. Es gibt aber auch einen Sondereffekt. Im vergangenen Jahr fiel die Rentenerhöhung wegen einer Änderung der Berechnungsgrundlage um rund ein Prozentpunkt niedriger aus. Dies wird nun in einem einmaligen Effekt ausgeglichen.

Ministerin Nahles sagte: "Die Rentnerinnen und Rentner profitieren damit unmittelbar von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt, dem Wachstum der Wirtschaft und steigenden Löhnen." Dass sich die umlagefinanzierte Rente bewähre, sei gerade in Zeiten niedriger Zinsen eine gute Nachricht. Die Erhöhung habe keine Auswirkung auf den Beitragssatz zur Rentenversicherung, dieser werde in den kommenden Jahren stabil bei 18,7 Prozent bleiben.

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2016 wird wohl ein Ausnahmejahr bleiben

Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß sagte, wirtschaftlich erfolgreiche Zeiten seien auch erfolgreiche Zeiten für die Rentner. Die noch stärkere Anhebung der Renten in den neuen Bundesländern führe zur weiteren Angleichung der Renten in Ost und West. Laut Arbeitsministerium beträgt der Rentenwert Ost jetzt 94,1 Prozent des Westwertes. Bisher waren es 92,6 Prozent.

Mit einer Rentensteigerung von vier bis fünf Prozent hatte die Deutsche Rentenversicherung bereits im vergangenen Jahr gerechnet. Doch insbesondere im Osten fällt das Plus höher aus als erwartet. Im vergangenen Jahr waren die Renten im Westen um 2,1 Prozent und im Osten um 2,5 Prozent gestiegen.

In den kommenden Jahren ist aber eher nicht mit vergleichbaren Erhöhungen wie 2016 zu rechnen. Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung Bund, hält dieses Jahr für eine Ausnahme. Langfristig werde die Anhebung wieder bei zwei bis drei Prozent pro Jahr liegen.