Eine Gebrauchsanweisung: Wie sich Sparer in letzter Minute die staatlichen Zuschüsse zur Altersvorsorge sichern und dabei einen günstigen Vertrag finden.
Verbraucherschützer sind sich einig: Die teuren Gebühren vieler Riester-Produkte sind Schuld daran, dass seit 2002 fast eine Million Sparer ihre Rentenversicherungsverträge gekündigt haben, wie jetzt bekannt wurde. Gerade über diese Produkte ärgern sich Experten, sagt die unabhängige Beraterin Stefanie Kühn: "Der Versicherungsmantel um ein solches Produkt ist sinnlos und kostet nur viel Geld." Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern gibt ihr Recht: "Bei den Versicherungen fallen die Gebühren für die gesamte Laufzeit am Anfang an. Dadurch ist es ein teures und unflexibles Produkt."
(© Foto: dpa)
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Der Stuttgarter Verbraucherschützer Niels Nauhauser zitiert aus der internen Anweisung eines großen Finanzdienstleisters, der seinen Vermittlern Tipps gibt, wie sich Sparer in teurere Verträge mit einem anderen Tarif drängen lassen. Zitat: "Nicht alle Tarifwechsel werden in der beabsichtigten Form beantragt, was zum Teil auch zu einer niedrigeren Provisionszahlung an Sie führt." Dabei dürften die Vermittler nicht den Hinweis vergessen, dass die Kunden bei dem neuen Tarif niedrigere garantierte Rentenleistungen bekämen. Nauhauser: "Solche Praktiken sind ein Skandal, der die Verunsicherung über die Riester-Vorsorge erhöht."
Vorteil für Kostenbewusste
Es gibt auch gute Nachrichten für Verbraucher: Wer auf die Kosten achtet, für den ist Riestern sinnvoll. Vielen Verbrauchern fehlt dazu aber das Wissen: Ihnen ist zum Beispiel nicht klar, dass es verschiedene Produkte gibt - neben den bereits erwähnten, oft eher teuren Versicherungspolicen auch Fonds- und Banksparpläne. Für Menschen, die vor ihrem 40. Lebensjahr mit dem Sparen anfangen, eignen sich häufig Fondssparpläne. "Der Anlagehorizont ist dann lang genug, um Risiken des Kapitalmarkts auszusitzen", erklärt Verbraucherschützer Plötz. Entscheidend ist dabei neben den Kosten die Qualität des Fonds. Das Magazin Finanztest durchleuchtet regelmäßig die Angebote. Das Ergebnis: Empfohlen werden die DWS Toprente und die Uni-Profirente von Union Investment.
Günstiger im Internet
Viele Verbraucher sind unsicher, wie sie am besten und vor allem günstigsten an ihr Riester-Produkt kommen. Dabei ist das so schwer nicht: "Die DWS Toprente kann man auf drei Wegen bekommen", erklärt Plötz. Der erste führt in eine Filiale der Deutschen Bank, denn die DWS ist die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank. Der Nachteil: Hier zahlt der Anleger den vollen Ausgabeaufschlag - so heißen die Gebühren, die bei dem Kauf von Fondsanteilen anfallen und prozentual von der investierten Summe abgeknapst werden. Außerdem: "Nach unseren Erfahrungen versuchen viele Berater in der Filiale, den Interessierten ein anderes Riester-Produkt zu verkaufen, die Premium-Rente", erklärt Plötz, "diese ist aber unnötig unflexibel. Der Kunde muss da einfach hart bleiben."
Die zweite Möglichkeit: Viele Fondssparpläne können günstiger als bei der Bank direkt bei der Fondsgesellschaft im Internet abgeschlossen werden. Bei der Toprente ist dies unter dws-direkt.de möglich. Der Vorteil: Hier zahlt der Sparer nur den halben Aufgabeaufschlag, spart also Geld. Das Online-Formular ohne Hilfe auszufüllen, schreckt manch einen ab. Fragen wie "Soll dieses Riester-Produkt nur aus staatlichen Zulagen bedient werden?" verwirren. "Das muss nur derjenige ankreuzen, der selbst nicht förderberechtigtist, der aber einen förderberechtigten Ehepartner hat", erklärt Verbraucherschützer Plötz. Das Formular fragt außerdem nach dem regelmäßigen Eigenbeitrag. Der berechnet sich wie folgt: Die vollen staatlichen Zulagen erhält, wer vier Prozent des Bruttoeinkommens anspart. Bei einem Jahreseinkommen von 30000 Euro sind das 1200 Euro. Davon zieht man die staatliche Zulage ab - bei einem Alleinsparer ohne Kinder 154 Euro. Wer monatlich in den Riester-Fonds einsparen möchte, der teilt die Summe von 1046 Euro durch zwölf - und gibt "87,17 Euro" als Eigenbeitrag im Formular an.
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inzwischen ist doch offensichtlich und mehrfach nachgewiesen, daß die steuerliche Unterstüzung für einen privaten Riestervertrag praktisch vollständig von den Versicherungen kassiert wird. Für die wenigsten wird sich die Riesterrente "lohnen".
Lieber Ankur, Zahlen sehen immer kompetent aus, aber eine Rechnung kann nur so gut sein wie die Annahmen, die dahinter stecken. Es gibt keine sicheren Prognosen über das Verhältnis der Rentner zur arbeitenden Bevölkerung für das Jahr 2030 oder danach. Die mittlere Lebenszeit ist stark von der sozialen Lage abhängig und kann sich daher relativ kurzfristig ändern. Bereits heute sinkt die Lebenserwartung in den unteren Schichten, sie ist dort ohnehin fast 10 Jahre niedriger als bei den Wohlhabenden. "'Wir werden immer älter" ist eine Schimäre der Versicherungsvertreter. Worauf es wirklich ankommt ist der Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung, der auch wirklich Arbeit hat. Das ist viel entscheidender als der Anteil an Rentnern. Die Arbeitslosigkeit können Sie nicht voraus sagen. Was tun? Auf gar keinen Fall einen Riester-Rürup Vertrag abschließen. Herr Rürup hat sich kürzlich auch offen als Versicherungsvertreter geoutet, der angeblich unabhängige Experte, auf den alle gehört haben. Eine Besserung geht nur über eine Wiederherstellung der gesetzlichen Rente im Umlageverfahren. Es gibt nichts Besseres, weil hier der Staat als Garant dahinter steht und alles Geld sofort umgelegt wird. Wie wir heute sehen, ist in der Krise ohnehin nur noch der Staat als Retter verfügbar.
Wer sich dadurch von der Riester-Rente abhalten lässt, ist selbst schuld. Es ist nämich völlig wurscht, ob man nun die Riester-Renten-Beiträge lieber in der gesetzlichen RV hätte oder nicht. Einzig relevant ist die Frage:
Lohnt sich die Riester-Rente für mich?
1. Angebote für Riester-Rente einholen. Für ältere empfehlen sich Banksparpläne, für jüngere Fondssparpläne. Wer auf Nummer sicher gehen will nimmt Banksparplan oder klassische Riester-Renten-Versicherung. Angebote vergleichen, Finanztest & Co zu hilfe nehmen.
FINGER WEG von fondsgebundenen Rentenversicherung, KEINEN betrieblichen Riester abschließen, Betriebsrente immer seperat abschließen.
2. Bekomme ich vorraussichtlich mehr Rente als die Grundsicherung? (sollte bei den meisten so sein, Deutsche Rentenversicherung fragen!).
3. Falls "ja" bei 2, bestes Angebot raussuchen. Verbraucherzentralen, das Internet, Zeitschriften wie FINANZTEST können bei Entscheidungsfindung helfen. Die beste Lösung ist eigentlich ein Honorarberater (Kosten 300 - 500 ).
4. Besserverdienende sollten den Steuerberater zu Rate ziehen
"für wie dumm halten Sie mich eigentlich?"
Es gibt Fragen, die stellt man nicht.
"Das Umlageverfahren hat den Vorteil, daß sich dort kein Kapital ansammelt, das die Finanzspekulanten verbraten können. Die Kapital-gedeckten Rentenkonten mit spekulativ angelegtem Geld sind eine wichtigen Ursache für die Finanzkrise."
Hab ich irgendwo geschrieben, dass ich die Börse als einzige Anlageform gutheisse? Wenn Sie meine Beiträge ab und zu verfolgen werden Sie feststellen, dass ich primär Bundesschatzbriefe gemischt mit anderen Staatsschuldverschreibungen völlig akzeptabel finde. Zudem ist Ihre Aussage "Die gesetzliche Rente wurde ohne Not von den Sozialdemokraten demontiert" unhaltbar. Die Not ist mehr als am Horizont sichtbar und das sollten Sie selbst besser wissen.
Ich zitiere mal die OECD Datenbank, was diese zu Medianeinkommen (also dem häufigsten Spezies) und der Anzahl sagen.
Median(!)einkommen der arbeitsfähigen Bevölkerung, 18-65 Jahre, Stand 2005: 19.107 im Jahr Netto, das der 65++ Generation 15.929. Frankreich als Vergleich liegt bei beiden Zahlen je 800-900 drunter.
Nun schauen wir auf die Zahl der Personen dieser Gruppe: 2005 kamen auf 100 Personen im arbeitsfähigen Alter 37, die 65++ waren. Also liegt der Transferaufwand des häufigsten Arbeitnehmers zum häufigsten Rentner bei folglich 15.929*37/100= 5893 im Jahr. Das entspricht zufällig exakt dem Wert eines Rentenpunkts eines Normalverdieners mit etwa 30k Brutto und 19.5% Beitragssatz. Für 2030 wird sich das Verhältnis alt/arbeitsfähig auf 62 zu 100 Personen verschieben. Damit brauchen wir bei gleichen Leistungen je Rentner einen Nettotransfer von 15.929*62/100 und damit 9800 Transfer je arbeitsfähigem Erwachsenen. Was bei 30.000 Brutto einem Beitragssatz von fast 30% entspricht. Das Rentenniveau wird bis 2030 um etwa 1/5 abgesenkt, also auf umgerechnet 12700 je mittlerem Rentner. Was bei 67 Rentner auf 100 Arbeitnehmer zu einem Transferaufwand von ca. 7800 führt. Mit 30.000 Jahresbrutto bedeutet es einen Beitragssatz von ca 25%.
So schwer ist es nicht.
Die Garnatierte Rente ist das was man sicher bekommt, alles andere ist Wahrsagen. Überschüsse muss es zum Ausschütten erstmal geben, da es keine gesetzliche Regelung dafür gibt ist es jedem Institut selbst überlassen was es auszahlt und was nicht. Wie gut Banken und Versicherungen im Bilanzen machen sind weis man ja zur genüge. Faktisch zahlt man immer mehr ein als man garantiert heraussbekommt andere Verträge habe ich noch nicht gesehen und ich habe schon ein paar bekommen. Man kann natürlich den Versprechungen der Versicherungen glauben was das Wachstum angeht.
Es gibt doch nur 2 Möglichkeiten, man hat Vertrauen in die Wirtschaft und denkt alles wird gut. Dann ist der Riester sowieso ein Witz dann ist mit Aktien, Anleihen oder Fonds viel viel mehr drin.
Oder man glaubt die Wirtschaft weht vor die Hunde, dann bekommt man beim Riestern nur das garantierte raus und macht damit auch Verluste.
Das hinter dem Riestern einen massive Lobby steht, merkt man schon daran: Probieren Sie mal negative Artikel gegen den Riester zu finden, Sie werden viel viel Mühe haben. Einen von der FAZ fand ich im Index von Google auf der FAZ-Webseite war er aber bereits gelöscht.... mal drüber nachdenken.
Grüße
Art
ob den Einzahlungen in die gesetzliche Rente entsprechende Leistungen im Alter folgen, ist eine politische Entscheidung. Die gesetzliche Rente wurde absichtlich demontiert, um die Leute zu zwingen, eine zusätzliche private Vorsorge abzuschließen.
Das hat der Versicherungslobbyist Miegel in einer internen Veranstaltung vor Versicherungsvertretern explitzit auch gesagt, " wir haben die größte Rentenkürzung aller Zeiten durchgesetzt, nur hat es noch niemand gemerkt!"
Die Gesamtkosten sind für den Versicherten höher, als wenn der Beitrag paritätisch bei der gesetzlichen Versicherung heraufgesetzt worden wäre, um z.B. die längere Lebensdauer abzufangen. Zu den höheren Beiträgen kommt das höhere Risiko der Kapitaldeckung. Höhere potentielle Rendite wird immer mit höherem Verlustrisko bezahlt. Betrug und Volksverdummung mit Hilfe der öffentlichen Medien. Grotek wird es, wenn die gesetzliche Rentenversicherung mit dem Geld der Rentner, Reklame für die private Vorsorge macht,
siehe Nachdenkseiten heute..
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