Das Ende des schlechten Gewissens: US-Flugzeughersteller Boeing plant einen Flug mit umweltfreundlichem Kraftstoffgemisch. Die Klima-Wirkung des Bio-Kerosins ist allerdings umstritten.
Der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing plant einen Testflug mit Biokerosin. In der zweiten Hälfte kommenden Jahres soll eine Boeing 747-400 der Fluggesellschaft Air New Zealand mit einem alternativen Kraftstoffgemisch starten.
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Das Triebwerk stammt von Rolls Royce. Boeing wolle neue umweltfreundliche Biotreibstoffe erproben, die ohne Änderungen an den Triebwerken funktionieren, so ein Sprecher. Weitere Informationen wird das Unternehmen noch bekannt geben.
"Boeing testet seit einiger Zeit, wie viel Biokraftstoff dem Kerosin beigemengt werden kann", sagt Stefan Donnerhack, Ingenieur beim Münchner Triebwerkshersteller MTU Aero Engines. Beimengungen im niedrigen Prozentbereich seien unproblematisch. Wenn ein Kraftstoff dagegen größere Anteile von Biokerosin enthalte, bringe das Flugzeug wesentlich weniger Leistung. Der Verbrauch pro Flugkilometer sei dann also höher. Unter Umständen müssten die Tanks und die Flugzeuge größer werden, was wiederum zu einem ungleich höheren Verbrauch führen würde.
Umstrittene Umweltwirkungen
"Eine weitere Herausforderung für die Entwickler sind die Temperaturunterschiede", sagt Flugzeugexperte Donnerhack. Die Motoren müssten Schwankungen zwischen minus 60 und plus 150 Grad Celsius aushalten. Bei herkömmlichen Biokraftstoffen, die auf der Basis von Rapsöl oder Biomasse hergestellt werden, könnten sich bei großer Hitze Partikel in den Leitungen absetzen.
Die neuen Treibstoffe von Boeing sollen den extremen Bedingungen besser standhalten. Allerdings sind die Umweltwirkungen von Biokraftstoffen umstritten. Beim Anbau der Pflanzen sowie bei Transport und Verarbeitung werden Maschinen eingesetzt, die CO2 ausstoßen. Außerdem wird der Boden durch die Düngung mit Schadstoffen belastet.
Neben Kraftstoffen aus Rapsöl oder Biomasse könnten in Zukunft auch synthetische Treibstoffe in der Luftfahrt eingesetzt werden. Sie werden allerdings auf Kohlebasis hergestellt, kommen also nicht ohne CO2-Emissionen aus. Die US-Luftwaffe nutzt sie, um sich weniger abhängig von Erdöl zu machen.
(SZ 29./30.9.2007)
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