Eon muss sein Stromnetz verkaufen - und findet möglicherweise einen deutschen Käufer. Die Allianz hat offenbar Interesse signalisiert. Und Experten geben dem Finanzkonzern im Bieterverfahren gute Chancen.

Eon stellt sein Stromnetz zum Verkauf. Dazu hat sich der Energiekonzern gegenüber der EU-Kommission verpflichtet. Das Problem dabei: Für das 10.000 Kilometer umfassende Netz interessieren sich vor allem ausländische Finanzinvestoren - etwa die australische Bank Macquarie sowie die britischen Betreiber National Grid und Scottish Hydro Electric. Potentielle Bieter aus Deutschland waren bislang rar.

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Arbeiten an einem Strommasten nahe Frankfurt: Die Allianz prüft offenbar den Kauf des Eon-Stromnetzes. (© Foto: AP)

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Jetzt tritt offenbar ein mächtiger Bieter aus Deutschland ins Verfahren ein. Die Allianz prüft nach einem Bericht der Financial Times Deutschland den Kauf der Eon-Hochspannungsnetze. Das neue Infrastrukturteam des Versicherers bereite sich intensiv auf den bevorstehenden Verkaufsprozess vor, heißt es in dem Bericht. Eine Allianz-Sprecherin sagte auf Anfrage von sueddeutsche.de, Marktgerüchte wolle sie nicht kommentieren.

Die Chancen dafür, dass die Allianz tatsächlich den Zuschlag erhalten könnte, stehen laut Expertenmeinung nicht schlecht - denn der Konzern hätte einen starken Verbündeten - die Politik. Schließlich gibt es in der Bundesregierung erhebliche Vorbehalte gegenüber möglichen Käufern aus dem Ausland.

Die Bundesregierung ist in Brüssel bislang vehement dagegen eingetreten, die Energiekonzerne zum Verkauf ihrer Netze zu zwingen. Derzeit wird im Wirtschaftsministerium fieberhaft an einer Novellierung des Außenwirtschaftsgesetzes gearbeitet.

Der Verkauf des Stromnetzes ist Teil einer Abmachung mit der EU-Kommission, um eine drohende Kartellstrafe abzuwenden. Die Brüsseler Behörde wirft den größten deutschen Stromkonzernen Eon und RWE Preisabsprachen vor. Der Wert des Eon-Netzes wird auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

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(sueddeutsche.de/AFP/tob/hgn)