Die Deutschen kaufen gerne bei Billigheimern: Discounter sind der einzige Geschäftstyp im Lebensmitteleinzelhandel, der dauerhaft Umsatzzuwächse erzielt. Kein Wunder: Deren Filialnetz wird immer dichter. Man entkommt ihnen nicht.
Die Discounter haben bei den Verbrauchern in Deutschland einer Studie zufolge weiter an Beliebtheit gewonnen.
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Ihr Marktanteil am Lebensmitteleinzelhandel stieg im Jahr 2006 um 1,2 Punkte auf 41,1 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Jahresanalyse des Frankfurter Marktforschungsunternehmens ACNielsen hervor. Demnach haben die Lebensmittel-Discounter ihren Gesamtumsatz in 15 Jahren auf 51,9 Milliarden Euro im Jahr 2006 (ohne Aktionsware) beinahe verdoppelt.
Führender Discounter bleibt der Studie zufolge mit Abstand Aldi, dessen Bruttoumsatz in Deutschland 2006 (ohne Aktionsware) um 4,2 Prozent auf rund 22 Milliarden Euro zugenommen habe.
Die rechtlich selbstständigen Familienunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd geben ihre Konzernabschlüsse nicht bekannt. Die übrigen Discounter - Lidl, Plus, Penny, Netto und Norma - legten 2006 nach Angaben von ACNielsen um insgesamt 4,6 Prozent auf knapp 30 Milliarden Euro zu.
Aus dem Aldi-Verfolgerfeld rage Lidl mit einem Wachstum von gut 10 Prozent heraus.
Die Discounter sind laut den Frankfurter Marktforschern der einzige Geschäftstyp im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, der dauerhaft auf konstanter Fläche Umsatzzuwächse erzielt. Die Discounter knüpften ihr Filialnetz aber auch dichter: Die Zahl ihrer Märkte sei auf 14 800 Anfang 2006 und 15 200 Anfang 2007 gestiegen.
Statistisch gesehen habe jeder private Haushalt 2006 für 1196 Euro bei den Discountern Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel oder Shampoo gekauft.
Das seien 63 Euro mehr als 2005. Allein bei Aldi gab jeder Haushalt der Studie zufolge 568 Euro und damit 24 Euro mehr aus. Statistisch gesehen besuchte 2006 jeder Haushalt 68 mal einen Discountmarkt und gab je Einkauf 17,59 Euro aus. Bei Aldi kaufte der Durchschnittshaushalt 28 mal ein und packte dort mehr Waren in den Korb als anderswo: 20,41 Euro mache der Aldi-Durchschnittsbon aus.
(sueddeutsche.de / dpa)
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Und mal ganz allgemein was zur Formulierung: "Man entkommt ihnen nicht".
Es ist ja nicht so, dass andere Läden erst zumachen und dann Aldi oder Lidl deren Platz einnehmen. Sie eröffnen eine Filiale in der Nachbarschaft eines anderen Ladens. Dann nehmen die Kunden das Angebot wahr und der andere Laden macht zu, weil ihm die Kunden fehlen. Die Nachbarschaft eines Discounters ist nicht das Problem. Das Problem ist, das die Kunden wegbleiben. Wenn dann geschrieben wird, "man entkommt ihnen nicht", ist das recht albern. Ich bin selbst Aldi-Kunde, habe allerdings noch nicht erlebt, dass mich jemand in den Laden gezwungen hat. Ein Supermarkt bietet ein komplett anderes Sortiment, anderen Service und mehr Atmosphäre an. Dies muss bezahlt werden. Die Einkaufspreise der Unternehmen sind wohl gar nicht so unterschiedlich, es liegt eher an der Kostenstruktur. Ein Metzgermeister z.B. kostet einiges im Momat. Hat schon mal einer bei Aldi einen gesehen? Ich nicht. Das geht weiter über die Fleischfachverkäuferinnen, Substituten und so weiter. Dazu kommt eine überragende Logistik, die allerdings die mentschlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter relativ wenig bis gar nicht berücksichtigt.
Obstwässerle, Nussbrot, Regensburger, Nürnberger, Weißwürste, Fleischpflanzerl, Emmentaler, Leberkäse, Veltliner, Navarra
Zunächst mal hat der "normale" LEH durchaus auch Produkte zu Aldi-Preisen im Sortiment. Nur ist es so, dass man bei Aldi eben "die Pizza" für 99 Cent kauft, während man sie im Supermarkt nicht sucht, obwohl sie vorhanden ist. Man kann auch im normalen Supermarkt günstig einkaufen, wenn man die Eigenmarken oder Sonderangebote kauft. Zum anderen ist es aber auch so, dass sich jeder Händler eine Zielgruppe sucht. Die Discounter haben als Hauptzielgruppe die Leute mit geringem Einkommen und diejenigen, die bewußt an der Nahrung sparen wollen. Zumindest die erste Zielgruppe wächst im Moment wohl recht kräftig, was dann auch die Zuwachsraten bei Aldi erklären würde. Oder einfacher gesagt: Die Kundschaft, die weniger Geld zur Verfügung hat, wird größer!
Wenn man dann Testberichte liest, über belastetes Gemüse, Obst, Gammelfleisch oder andere Produkte, so sind in den meisten Fällen Produkte von Aldi und Lidl weniger betroffen. Letzte Woche noch in einer RTL Sendung bei Jauch, in der es um belastetes Obst ging. Der war dann ganz nachdenklich, da die Discounter die beste Ware und die beste Qualitätssicherung hatten. Große Supermärkte interessierte es nicht, wie hoch belastet, die Hauptsache es sieht gut aus. Übrigens, die schlechtesten Werte für belastetes Obst hatte in dem Fall EDEKA, die besten LIDL. Man bekommt also nicht nur preiswert, sondern auch gut.
Das spricht sich mehr rum als Dauerwerbeprospekte.
Viele der Beiträge kommen mir spanisch vor - warum soll die Politik daran schuld sein, dass der deutsche Mittelstand vermehrt beim Discounter einkauft???
Ganz ehrlich, ich finde, es hängt mit den Ansprüchen der Verbraucher zusammen. Ich habe oft das Gefühl, man will jeden Tag Lammfleisch, Rindersteaks, Scampi, Lachs, Jahrgangswein und was weiss ich nicht noch alles. Die Bereitschaft, dafür einen angemessenen Preis zu bezahlen ist bei vielen Konsumenten gleich null.
Ich habe viele Jahre in München gelebt und mir von meinem damaligen Gehalt (1500Euro netto) eine Wohnung für 600, das MVV-Jahresabo, Versicherungen, Miezekatze, Nachtleben, Kleidung etc immer leisten können, ohne aus finanziellen Gründen bei einem Discounter einkaufen zu müssen. Mir ist es wichtig, was ich esse und selbst wenn die Qualität stimmt bleibt doch immer das Gefühl, das die Produzenten massivst unter Druck gesetzt werden.
Man kann auch ohne übergrosses Budget und ohne Discounter sehr fein und nahrhaft kochen. Dafür muss kein Lammfleisch aus Neuseland und kein Hähnchen aus Brasilien angekarrt werden. Viel Gemüse, Brot von einem richtigen Bäcker (ist zwar teurer, hält dafür länger), etc. Und das Wort "Sonntagsbraten" heisst auch nicht ohne Grund so.
Die angeblichen vielen reichen Leute, die mit deutschen Nobelkarossen vor den Aldi fahren...? Halte ich (zumindest was München angeht) für ein "urban myth".
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