Aktienmärkte Milde Töne aus den USA helfen dem Dax

Im Handelsstreit mit China signalisieren die USA Gesprächsbereitschaft. Das hilft dem Dax, sich zu erholen.

Der jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag schwungvoll fortgesetzt. Unter den Anlegern sorgten beschwichtigende Äußerungen aus den USA und aus China im Handelsstreit der beiden Länder für etwas Erleichterung. Der Dax kletterte deshalb bis zum Handelsschluss um 2,9 Prozent auf 12 305 Punkte.

Am Vorabend wurde bereits die Wall Street davon beflügelt, dass der neue Chef-Wirtschaftsberater von Donald Trump milde Töne anstimmte. Larry Kudlow hält es demnach für möglich, dass die von den USA verhängten Strafzölle womöglich gar nicht in kraft treten werden. Er hatte Trump außerdem als Anhänger des freien Handels bezeichnet. Gestützt wurden die Märkte zudem vom schwachen Euro, der sich über Nacht unter der Marke von 1,23 US-Dollar etablierte und so die Exportbedingungen für die europäischen Unternehmen erleichterte.

Die Erholung im Technologiesektor wirkte sich auch bei einem Dax-Wert merklich aus: Infineon-Aktien gehörten dort mit einem Anstieg von 3,4 Prozent zum obersten Drittel. Auch die Papiere der Commerzbank, die in den vergangenen fünf Tagen knapp sechs Prozent verloren hatten, verzeichneten ein Plus von vier Prozent. Die Titel der Deutschen Bank legten in gleichem Maße an Wert zu. Die Aktien von Hypoport erregten im S-Dax Aufsehen, weil sie um 7,4 Prozent zulegten. Hier half eine Kaufempfehlung der Commerzbank, die die Aktie neu in die Bewertung aufgenommen hat.

Bei ihrem Börsendebüt brachen die Anteilsscheine von Godewind dagegen um 6,3 Prozent auf 3,75 Euro ein. Die Immobilienfirma schaffte es nur mit Abstrichen auf die Kurszettel. Sie nahm dabei 375 anstatt der ursprünglich angepeilten 550 Millionen Euro ein. Der Immobiliensektor hinkte dem positiven Marktumfeld am Donnerstag allerdings europaweit etwas hinterher.

Auch in New York sorgen die versöhnlichen Signale aus Peking und Washington für Erleichterung. Der Dow Jones verbesserte sich um ein Prozent auf 24 505 Punkte. Bei den Einzelwerten ragten Facebook mit einem Plus von 2,7 Prozent hervor, obwohl der Datenskandal immer größere Dimensionen annimmt. Allerdings haben die Aktien seit Bekanntwerden des Skandals Mitte März mehr als 16 Prozent verloren. Die Aktien von Spotify gaben leicht auf 144 Dollar nach. Der US-Broker Stifel setzte das Kursziel der Aktien bei 180 Dollar an.