Aktienmärkte Eon erfreut die Anleger

Die Politik wirbelt die Aktienmärkte durcheinander: Nach dem Rauswurf des US-Außenministers befindet sich der Dax im Rückwärtsgang, die gescheiterte Qualcomm-Übernahme drückt den Dow Jones.

Der Rauswurf von US-Außenminister Rex Tillerson hat die Anleger am Dienstag stark verunsichert. Der Dax fiel um 1,6 Prozent auf 12 221 Punkte. Zwar komme die Tillerson-Entlassung nicht überraschend, sagte ein Händler. Aber es zeige die vielen Unwägbarkeiten in der Regierung von Präsident Donald Trump.

Erneut im Blick standen die Energieversorger, nachdem sie bereits zum Wochenauftakt wegen der anstehenden Zerschlagung der RWE-Ökostromtochter Innogy und deren Aufteilung zwischen Eon und RWE Schlagzeilen gemacht hatten. RWE hatte im vergangenen Geschäftsjahr nach einem Milliardenverlust 2016 wieder Gewinne gemacht. 2017 sei besser gewesen als gedacht, hieß es am Markt. Die anfangs deutlichen Kursgewinne der RWE-Papiere schmolzen zuletzt aber wieder dahin. Am Vortag hatten sie mehr als neun Prozent dazugewonnen. Auch Eon überzeugte mit seinen jüngsten Geschäftszahlen und dem Ausblick, die Aktien gewannen an der Dax-Spitze 3,9 Prozent. Das Geschäftsmodell von Eon bekomme dadurch einen klaren Fokus, sagte ein Händler. Der Versorger konzentriert sich künftig stark auf das Netzgeschäft. Die Eon-Aktien hatten schon am Vortag um mehr als fünf Prozent zugelegt.

Abermals Schlusslicht im Dax waren die Anteile von Pro Sieben Sat 1 mit einem Minus von 5,1 Prozent. Die Aktien des Medienkonzerns steigen am kommenden Montag in den M-Dax ab. Wacker Chemie enttäuschte die Investoren mit seinen Geschäftsprognosen. Die Aktie sackten um 6,6 Prozent ab und war damit der größte Verlierer bei den Nebenwerten. Auch Hannover Rück konnte mit seiner Bilanz nicht überzeugen, die Titel des Rückversicherers verloren 4,2 Prozent an Wert.

An den New Yorker Börsen machten die Anleger vor allem bei den in diesem Jahr bislang starken Technologiewerten Kasse. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2018 rund zehn Prozent zu und damit mehr als jeder andere Branchen-Index. Nun gebe es Gewinnmitnahmen, die allerdings nur kurze Zeit anhalten sollten, sagte Ken Polcari von O'Neil Securities. Der Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,7 Prozent tiefer. Qualcomm-Titel fielen um 4,9 Prozent, nachdem der US-Präsident die geplante feindliche Übernahme des Handychip-Herstellers durch den in Singapur ansässigen Rivalen Broadcom für 117 Milliarden Dollar aus Gründen der nationalen Sicherheit blockierte. Broadcom-Aktien gaben 0,6 Prozent nach.