Aktienmärkte Dax verliert nach Rekordjagd an Schwung

Nach dem jüngsten Höhenflug am Aktienmarkt schalten die Anleger einen Gang zurück. Vor allem die politische Instabilität in den USA bereitet Sorgen. Zu den wenigen Gewinnern zählt Thyssen-Krupp.

Nach dem jüngsten Höhenflug am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch Kasse gemacht. Echtes Verkaufsinteresse bestehe aber nicht, sagte ein Börsianer. Auf die Stimmung drücken die zahlreichen Polit-Affären des US-Präsidenten Donald Trump und die wachsenden Zweifel an einer baldigen Umsetzung seiner Steuersenkungs- und Investitionspläne. Der Dax schloss um 1,4 Prozent tiefer bei 12 632 Punkten. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex noch einen neuen Höchststand bei 12 841 Punkten markiert.

"Dank der Erleichterung über den Sieg des Europa-Befürworters Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl sei viel schnelles Geld in die Märkte geflossen", sagte Stephen Macklow-Smith, europäischer Aktien-Chef bei der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan. Das müssten die heimischen Börsen erst einmal verdauen.

Bei den deutschen Aktienwerten gehörte Thyssen-Krupp mit einem Kursplus von drei Prozent erneut zu den Favoriten. Mit der Lösung für die Frage milliardenschwerer Pensionslasten von Tata Steel in Großbritannien rückt eine Fusion mit der Thyssen-Stahlsparte näher. Der Deal könnte dem Analysten Alessandro Abate von der Berenberg Bank zufolge noch im ersten Halbjahr 2017 verkündet werden. Tata Steel legten an der indischen Börse um 8,2 Prozent zu. Ein Pressebericht über eine neue Strategie der Deutschen Börse beeindruckte die Anleger am Tag der Hauptversammlung nicht sonderlich. Die Anteilsscheine des Börsenbetreibers wurden 1,4 Prozent niedriger gehandelt. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf interne Unterlagen berichtete, geht Börsenchef Carsten Kengeter nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange nun in die Offensive.

Die Aktien von Osram litten unter einer negativen Analystenstudie und verloren 2,9 Prozent. Nach der jüngsten Kursrally sei es Zeit für eine Atempause, schrieb Metzler-Experte Guido Hoymann. Die Titel von Pfeiffer Vacuum setzten zunächst ihre Rally mit dem Sprung auf ein Rekordhoch fort. Zuletzt gaben die Papiere ihre Gewinne wieder ab.

Die zunehmenden Kontroversen um Donald Trump belasteten die New Yorker Börsen. Der Dow Jones verlor 1,8 Prozent. Zu den Verlierern zählten Finanzwerte, die von der Rally nach Trumps Wahlsieg besonders profitiert hatten. Die Aktien der Bank of America gaben 5,9 Prozent nach. Die Titel von Goldman Sachs verloren 5,3 Prozent.