Aktienmärkte Dax stabilisiert sich

Der deutsche Aktienmarkt erholt sich zum Wochenschluss von den jüngsten Kursverlusten. Noch am Dienstag hatte der Dax ein Rekordhoch erreicht, war danach aber um rund zwei Prozent abgesackt. RWE-Aktien stehen im Fokus.

Anleger in Europa haben die politische Unsicherheit um US-Präsident Donald Trump vorerst hinten angestellt und sich an die Aktienmärkte zurück getraut. Der Dax legte am Freitag um 0,4 Prozent auf 12 639 Punkte zu. "Nach der anfänglichen Aufregung bezüglich der chaotischen Zustände im Weißen Haus scheinen sich die Gemüter der Marktteilnehmer wieder zu beruhigen", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Einige Börsianer warnten aber vor verfrühtem Optimismus. "Der Skandal in Washington ist nicht verschwunden und auch nicht die Nervosität von Anlegern. Ein zu früher Wiedereinstieg könnte sich als teuer erweisen", sagte David Madden, Marktanalyst vom Broker CMC Markets.

Ein Medienbericht über eine mögliche Allianz der Energie-Versorger RWE und Engie trieb die Aktien von RWE um 5,4 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch in die Höhe. Die Titel waren mit Abstand größter Gewinner im Dax. Insidern zufolge erwägt RWE, seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an den französischen Konzern Engie abzugeben. Innogy-Aktien legten im M-Dax um 3,4 Prozent zu. Die Titel des RWE-Konkurrenten Eon gewannen 3,2 Prozent an Wert.

Im Index der mittelgroßen Werte stachen auch die Titel des Salz- und Düngemittelherstellers K+S mit einem Plus von 3,6 Prozent heraus. Anleger spekulierten auf einen Börsengang des Salzgeschäfts. Zudem berichtete der Platow-Brief über eine geplante Kapitalerhöhung, die ausschließlich von einem Finanzinvestor gezeichnet werden solle. Ein positiver Kommentar der Berenberg Bank schob Hypoport an. Die Aktien des Finanzdienstleisters legten an der S-Dax Spitze um 12,5 Prozent zu. Relative Ruhe im politischen Washington hat den US-Börsen zu Kursgewinnen verholfen. "Der Markt stabilisiert sich, da es keine neuen politischen Nachrichten in die Schlagzeilen geschafft haben", sagte Analyst Peter Cardillo von First Standard Financial. Der Dow Jones beendete den Handel 0,7 Prozent höher bei 12 804 Punkten. Die Investoren griffen bei den Papieren des Traktoren-Herstellers Deere zu, die sich um 7,4 Prozent verteuerten. Das Unternehmen hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal erstmals seit mehr als drei Jahren gesteigert. Dagegen ging der Kurs der Anteilsscheine von Campbell Soup um zwei Prozent nach unten. Der Konzern enttäuschte die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn