Aktienmärkte Dax fällt leicht zurück

Inflations- und Zinsängste bremsen zum Wochenschluss die Aktienkurse.

Ermutigende Geschäftszahlen von Unternehmen haben die Aktienbörsen am Freitag zwar gestützt. Aus Furcht vor einer anziehenden Teuerung und einer rascheren Straffung der Geldpolitik scheuten Anleger aber größere Käufe. Der Dax schloss 0,2 Prozent im Minus bei 12 541 Punkten. Kopfschmerzen bereitete den Investoren die langfristige Ölpreis-Entwicklung. "Das schürt nicht nur die Angst, dass sich die steigenden Rohstoffpreise negativ auf die Weltwirtschaft auswirken, sondern auch Inflationssorgen, welche die Notenbanken dazu zwingen könnten, ihr Tempo bei weiteren Zinsschritten nach oben anzuziehen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Erneut standen Technologie-Werte im Fokus der Anleger, nachdem der asiatische Apple-Zulieferer Taiwan Semiconductor (TSMC) vor einer weltweit schwächeren Smartphone-Nachfrage gewarnt hatte. Die Papiere des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon gaben um 1,5 Prozent nach, die Aktien des Chipherstellers Dialog Semiconductor waren mit einem Kursverlust von 1,9 Prozent einer der größten Verlierer im Tec-Dax.

An der Börse in Stockholm schnellte der Aktienkurs des schwächelnden Netzwerkausrüsters Ericsson um 17,5 Prozent in die Höhe. Der Verlust des Konzerns hatte sich zu Jahresbeginn deutlich verringert. Die Aktien des ebenfalls in Schweden ansässigen Telekom-Anbieters Telia gewannen 8,6 Prozent, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal mehr verdient hat, als von Analysten erwartet.

In London warfen Anleger dagegen Aktien von Reckitt Benckiser aus ihren Depots, die Titel verloren 2,8 Prozent. Der britische Konsumgüterkonzern wuchs im ersten Quartal weniger stark als erwartet, weil sich die Scholl-Fußpflegeprodukte nicht mehr so gut verkauften.

Auch an den US-Börsen überwogen leichte Verluste. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,8 Prozent tiefer bei 24 463 Punkten. Auf der Gewinnerseite stand die Aktie von General Electric (GE). Der Siemens-Konkurrent verdreifachte seinen Gewinn und übertraf damit die Erwartungen am Markt. Die Papiere des Mischkonzerns stiegen um 3,9 Prozent. Auch Honeywell überraschte positiv mit seiner Quartalsbilanz. Der Gewinn des Industriekonzerns stieg um mehr als acht Prozent auf auf 1,44 Milliarden Dollar. Daraufhin hob Honeywell seine Gesamtjahresziele an. Die Anteilsscheine verteuerten sich um 1,6 Prozent.