Aktien Chinas Börse bricht schon wieder ein

Einbruch von Chinas Aktienmarkt: Aufnahme eines Anlegers in Peking (Archiv)

(Foto: dpa)
  • Der chinesische Aktienindex CSI 300 verliert sechs Prozent an Wert.
  • Der Index fällt damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Schon wieder Börsenturbulenzen in China: Der Aktienindex CSI 300 ist am Dienstag um rund sechs Prozent eingebrochen. Die Werte stürzten auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Hintergrund sind die anhaltenden Sorgen um die chinesische Konjunktur.

Anfang Januar hätte die Börsenaufsicht nach einem solchen Kurseinbruch noch den Handel gestoppt. Ein solches Instrument war zum Beginn des Jahres eingeführt, nach mehreren Handelsunterbrechungen aber binnen kurzer Zeit wieder abgeschafft worden.

Der CSI-300-Index bildet die Entwicklung der 300 größten Aktienwerte der Börsen in Shanghai und Shenzhen ab. Chinas Aktienmarkt ist seit Anfang 2016 stark unter Druck, der Index verzeichnete den schlechtesten Start ins Jahr in seiner Geschichte.

Sorgen um die Weltwirtschaft

Weltweit geht an den Börsen seit Jahresbeginn die Furcht um, dass Chinas Wirtschaft an Fahrt verliert und damit die Weltkonjunktur beeinträchtigt. Das Wachstum des Landes hat sich stark abgebremst. China leidet unter neuen Produktionskonkurrenten, die sich auch wegen steigender chinesischer Löhne auf dem Weltmarkt etablieren konnten. Die Staatsschulden stiegen zuletzt stark, zudem gibt es eine Immobilienblase. Viele Unternehmen haben Überkapazitäten angehäuft.

Abwertung des Yuan

Die Regierung in Peking versucht, die Sorgen um die Konjunktur zu zerstreuen. Ministerpräsident Li Keqiang zeichnete zuletzt das Bild einer robusten Wirtschaft und trat Ängsten vor einem Währungskrieg entgegen. Sein Land habe nicht die Absicht, die Exporte über eine Abwertung des Yuan anzukurbeln.

In der Vergangenheit hatten die Behörden den Kurs des Yuan jedoch immer wieder angepasst und die Währung verbilligt. Das unterstützt die heimische Industrie, da chinesische Waren für ausländische Kunden dadurch günstiger werden. Anleger verstanden die Abwertungen aber offenbar als Eingeständnis wirtschaftlicher Schwäche.

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