Airbus schreibt an diesem Montag Luftfahrtgeschichte: Der erste "A380" wird an Singapore Airlines ausgeliefert. Ein bittersüßer Moment.
Der Inhalt wird gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Wer zu den wenigen gehört, die überhaupt einmal an Bord dürfen, muss eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und darf kein Sterbenswörtchen darüber verlieren, wie es drinnen aussieht.
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Die Spannung soll erhalten bleiben bis zur letzten Sekunde, wenn sich der Vorhang auftut und Chew Choon Seng die Treppe hinaufgehen darf zur linken vorderen Tür auf dem Unterdeck des Airbus A380.
Mit großem Brimborium übergibt Airbus an diesem Montag in Toulouse den ersten A380 an Singapore Airlines. Wochenlang wurde geprobt und detailgenau vorbereitet, damit an diesem Tag und vor allem in den nächsten Wochen nichts schief läuft, wenn der A380 dann auch wirklich in den Liniendienst geht.
Airbus-Chef Thomas Enders und SIA-Chef Chew Choon Seng werden eine Rede halten und wer schon ähnliche Veranstaltungen bei Airbus erlebt hat, der weiß, dass eine Menge Pathos mitspielen wird in diesem luftfahrthistorischen Moment.
Größer als die Boeing 747
Historisch deshalb, weil eine Fluggesellschaft nach fast 38 Jahren ein noch größeres Flugzeug als die Boeing 747 einsetzen wird. Der Jumbo flog erstmals am 22. Januar 1970 für Pan Am von New York nach London.
Der erste Airbus A380 wird am 25. Oktober einen Sonderflug von Singapur nach Sydney machen und drei Tage später einen täglichen Dienst auf der Strecke aufnehmen.
Für Airbus ist die Übergabe ein bittersüßer Moment. Einerseits ist sich die Branche darin einig, dass der A380 ein luftfahrttechnisches Meisterwerk geworden ist, das neue Maßstäbe in Sachen Größe, Verbrauch und Reichweite liefert. Erstmals kann Airbus den Nimbus für sich reklamieren, das größte zivile Flugzeug zu bauen, ebenfalls fast 38 Jahre, nachdem das damalige europäische Konsortium gegründet wurde.
Andererseits steht der A380 auch für die wohl größte Krise in der Geschichte bei Airbus: Zwei Jahre Verzögerung bei der Auslieferung bedeuten Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten, die das Unternehmen und den Mutterkonzern EADS auf Jahre hinaus finanziell schwer belasten.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wann der neue Airbus Gewinn machen soll.
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