Die Deutschen verlieren pro Jahr zwischen 20 und 30 Milliarden Euro durch schlechte Finanzberatung. Das will Ministerin Aigner ändern.
Lange ist sie nicht im Amt - nun wagt sie einen überraschenden Vorstoß. "Viel zu oft wird das Vertrauen von Anlegern in den Rat von Finanzvermittlern enttäuscht", erklärte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Montag in Berlin.
Ilse Aigner: "Die Interessen der Verbraucher sollten im Vordergrund stehen und nicht das Erreichen geschäftsinterner Vertriebsziele von Banken oder anderen provisionsorientierten Finanzdienstleistern" (© Foto: AP)
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Die Frau aus Bayern spricht im Allgemeinen - und doch lässt sich klare Kritik an Finanzinstituten und Strukturvertrieben heraushören. Unter dem Deckmantel von Kompetenz und Seriosität, so Aigner, würden ungeeignete Finanzprodukte als sichere Anlage für die Altersvorsorge verkauft. Dies sei nicht hinnehmbar. "Die Interessen der Verbraucher sollten im Vordergrund stehen und nicht das Erreichen geschäftsinterner Vertriebsziele von Banken oder anderen provisionsorientierten Finanzdienstleistern", forderte die CSU-Politikerin.
Strengere Haftungsregeln
Verraten und verkauft - das ist offenbar der Status quo. Zur Verbesserung der Situation böten sich verschiedene Möglichkeiten an. Unter anderem wolle sie strengere Haftungsregeln für die Berater schaffen, sagte Aigner. So müsse etwa die Beweislast zugunsten der Verbraucher umgekehrt werden.
Zudem sprach sich die Ministerin für längere Verjährungsfristen aus. Auch die Vertriebsstrukturen von Finanzprodukten gehörten auf den Prüfstand. Eine Studie des Beratungsunternehmens Evers und Jung offenbarte nach Angaben des Ministeriums erhebliche Unterschiede bei Sachkunde, Informations- und Dokumentationspflichten der Vermittler von Versicherungen, Kapitalanlagen und Krediten. Es ist offenbar ein Dokument, das die Regierung alarmiert.
Die Experten regen daher an, die kapitalmarktrechtliche Verjährungsfrist von maximal drei Jahren an die im Zivilrecht übliche allgemeine Verjährungsfrist von bis zu zehn Jahren anzupassen. Auch sollten die finanziellen Anreizstrukturen für die Vermittler verändert werden.
Für März kündigte Ministerin Aigner ein Treffen mit Branchenvertretern an, um über die Studienergebnisse und Konsequenzen daraus zu diskutieren.
(sueddeutsche.de/Reuters/hgn)
Demonstrationen in Hamburg
Statt "Berater" oder "Optimierer" sollte man das Kind doch beim Namen nennen: Verkäufer. Wer mit diesem Bewußtsein in eine Bank oder zu einem "unabhängigen" Optimierer geht ist mit Sicherheit vorsichtiger.
Neulich habe ich gehört, daß AWD seinen unabhängigen Beratern Gehalt vorschießt, d.h. wenn dort jemand anfängt macht er sozusagen erstmal Schulden bei AWD und muß diese Schulden dann durch Verkäufe abarbeiten. Wer erwartet denn bei einem auf diese Art und Weise aufgebauten Schuldendruck objektive Beratung? Und bei den Banken ist es das gleiche. Dort werden seit Jahren die Fix-Gehälter der Angestellten mit Kundenkontakt auf einen "Hungerlohn" gedrückt und die Differenz zum früher sehr guten Bankergehalt mit Verkaufsprämien aufgefüllt.
Neulich wollte so ein unabhängiger Optimierer meine Berufsunfähigkeitsversichern tunen. Kosten sollte das laut seinen Aussagen "absolut nichts". Durch wiederholtes Nachfragen kam dann zu Tage, daß der Extra-Beitrag für das Tuning von meiner Steuerrückerstattung abgezogen wird. Klar, daß sich die monatliche Prämie dadurch nicht ändert. Das schlimmste war aber, daß der Typ mich unbedingt persönlich besuchen wollte und mein sehr klares "nein" nicht akzeptiert hat. Erst ein Anruf bei meiner Versicherung (die den Auftrag zum Tuning-Anruf an den "unabhängigen" Optimierer gegeben hat) mit Androhung meine BU zu kündigen hat den Terror abgestellt.
hilft auch nix! Kenne Prospekte, da steht dick und fett drin, dass Totalverlust droht. wissen Sie, was passiert? Wird trotzdem gekauft! Und warum? Gier frisst Hirn! Und am schlimmsten ist es, wenn man damit Steuern sparen kann. Aber naja: Totalverlust ist ja auch ein nettes Steuersparmodell!
... dass es diese Beweislastumkehr immer noch nicht gibt.
Es wäre zwar ein bisschen Aufwand, aber wenn der "Anlageberater" einfach den Kunden unterschreiben lassen müsste, welche Risiken er eingeht - und zwar für jedes Risiko einzeln und mit fetter Rutschrift! - dann hätte er - sollte der Kunde dann immer nochunterschreiben - die Beweise, dass er den Kunden aufgeklärt hat, und der Kunde - sollte er unterschriben haben - hat dann ebenfalls fett in Rotschrift, warum sein Geld weg ist.
Beispiel:
"Der Kapitalerhalt ist prinzuipiell nicht gewährleistet"
(Unterschrift)
"Bei einer Insolvenz der Bank ist Geld nicht gesichert"
(Unterschrift)
"Bei einem vorzeitigem Rückkauf erheben wir eine Stornogebühr von x % des eingezahlten Vermögens"
(Unterschrift)
.... und so weiter ....
Wenn die Bankberater jedem Kunden so ein Blatt mit lauter Risiken in fetter Rotschrift vorlegen müssen, und der Kunde muss für jedes Risiko unterschreiben, dann braucht sich hinterher keiner mehr zu beschweren.
Denn die Gier, die uns in diese Krise gebracht hat, ist ja immer auch die Gier der Kleien Leute gewesen, die auch gern am grossen Spiel teilnehmen wollten, und die Anlageberater haben diese Gier nur allzugerne bedient ....
sind die ganzen Leihbeamten aus der Versicherungs- und Finanzbranche schon in den Weihnachtsferien.
Warten wir ab, wie die Vorschläge dann zurecht geschliffen werden, wenn die Lobbyisten vom Skifahren zurück sind.
und Wahlbetrug bestrafen.
Paging