"Observation" und private Ermittler: Die Arbeitsagentur geht härter gegen Hartz-IV-Betrug vor. Die Betroffenen sind entrüstet - und die Behörde versteht die Aufregung nicht.
Die Empörung ist groß. Hartz-IV-Empfänger sollen künftig von der Bundesagentur für Arbeit (BA) schärfer kontrolliert werden. Bei Betrugsverdacht, so heißt es aus Nürnberg, sollen sogar "Observationen" möglich sein - auch von privatem Sicherheitspersonal und freiberuflichen Ermittlern.
Hartz-IV-Empfänger sind sauer: Die Bundesagentur für Arbeit verschärft die Kontrollen. (© Foto: dpa)
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Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge hat die BA am 20. Mai eine Weisung an alle lokalen Jobagenturen (Argen) und Jobcenter herausgegeben und darin ausdrücklich "Observationen" als Maßnahmen bei "Verdacht auf einen besonders schwerwiegenden Leistungsmissbrauch" genannt.
Wut bei Hartz-IV-Empfängern
Die Hartz-IV-Kontrolleure sollten demnach dann verstärkt zu Hausbesuchen bei Arbeitslosen ausschwärmen und mit Zustimmung des Hartz-IV-Empfängers auch Schränke kontrollieren, "wenn eine Sachverhaltsaufklärung sonst nicht möglich ist". Die Ergebnisse der Wohnungskontrollen sollten detailliert protokolliert und "Auffälligkeiten" für jeden Raum gesondert beschrieben werden, heißt es in dem Bericht weiter. Den Außendienstmitarbeitern solle es auch erlaubt sein, Nachbarn oder Bekannte über die Hartz-IV-Bezieher zu befragen. Selbst Kinder sollten befragt werden, wenn ihre Erziehungsberechtigten zustimmen.
Bei den Arbeitslosen selbst und zahlreichen Vereinigungen herrscht nun Wut und Entsetzen. "Die Anweisungen lesen sich wie eine Anleitung für nachrichtendienstliche Ermittler und erinnern sehr stark an die Ausspähung von Bürgern der DDR durch die Stasi", echauffiert sich Sebastian Bertram von der Initiative "gegen-hartz.de".
Der Initiative "Erwerbslosen Forum Deutschland" schwant schon, künftig reiche nur eine anonyme Anzeige eines gehässigen Nachbarn aus, um die "Observationen" zu starten. "Wir fordern die Bundesregierung auf, die Bundesagentur für Arbeit sofort in ihre Schranken zu verweisen", zürnt Martin Behrsing, der Sprecher der Vereinigung.
"Nur die Ultima Ratio"
In Nürnberg jedoch kann man die Aufregung überhaupt nicht verstehen. "Observation" sei "in Deutschland ein gängiger Begriff", sagte eine Sprecherin der Bundesagentur zu sueddeutsche.de. Im Übrigen sei die Wortwahl auch mit dem Bundesarbeitsministerium abgestimmt.
Die umstrittene Weisung erfolge auf Initiative des Bundesrechnungshofes. Der habe die Bundesagentur dazu aufgefordert, die Ermittlungen gegen Leistungsmissbrauch "verbindlicher" zu gestalten, sagte die Sprecherin. Bislang hätten die Jobcenter und Argen nur nach Hinweisen und Empfehlungen der Bundesagentur ermitteln können. Jetzt könnten die Behörden vor Ort auch auf eigene Initiative handeln.
Eine "Observation" könnte nur "die Ultima Ratio" sein. "Es betrifft nur extrem wenige und schwerwiegendste Fälle", sagte die Sprecherin - und fügte hinzu: Wenn man diese Fälle öffentlich machen würde, dann werde der Protest gegen die Pläne schnell verstummen.
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(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/tob/mel)
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Das vorletzte mal als ich mit der staatlichen Arbeitsvermittlung zu tun hatte war so 2001. Damals ging mein Ausbildungsplatz insolvent und ich habe mich vorsorglich gemeldet, um eine drohende Arbeitslosigkeit anzukündigen.
Die Erfahrung war nicht sehr schön. Atmosphäre war schlecht, Mitarbeiter unfreundlich. Die Kinnlade heruntergefallen ist mir bei dem persönlichen Gespräch. Meine Mutter hat damals Kindergeld erhalten. Das habe ich dem Beamten gesagt, der daraufhin wie von der Tarantel gestochen zum Telefon griff. Nach Übergabe der Daten bestätigte der Mitarbeiter für mich hörbar "Unschädlich". Dannach schaltete der Beamte eine Spur freundlicher.
Bei meiner letzten Begegnung 2011 trug sich folgendes zu: Das nunmehr privatisierte Amt war hübsch eingerichtet, Mitarbeiter freundlich. Stutzig wurde ich jedoch bei dem ersten Arbeitsplatzvorschlag. Zum ersten war auf dem Schreiben der Agentur für Arbeit wurde um telefonischen Kontakt gebeten. Es handelte sich um die Gelas GmbH Waiblingen. Telefonische Vorstellungsgespräche dürften eher ungewöhnlich sein. Seltsam bei dem Gespräch war nun, dass der Personaler sehr gezielt provozierte und gezielte Fragen stellte, die auf meine Person zugeschnitten waren. Er kannte offensichtlich Vorwürfe, die von meinem alten Arbeitgeber vorgebracht wurden, die er als Grund für eine fristlose Kündigung heranziehen wollte, nachdem ich um einen Aufhebungsvertrag bat. Ich konfrontierte die Agentur für Arbeit mit einem Vorwurf, dass hinter meinem Rücken Kommunikation mit meinem alten und dem potentiell neuen Arbeitgeber betrieben wurde. Man sagte mir einen Gesprächstermin zu, eine Einladung habe ich jedoch (noch) nicht erhalten.
Noch seltsamer wurde es, als ich feststellte, dass dieser Vermittlungsvorschlag nicht (mehr?) im Protokoll auftrat, das die Vermittlungsvorschläge beinhalten sollte. Ich habe daraufhin eine Mail an den Software Support geschrieben und gebeten, den 3rd Level Support zu veranlassen die Ursachen für die Löschung des Datensatzes zu ermitteln. Eine Antwort steht noch aus.
Möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Ich möchte jedoch raten, dass man telefonische Bewerbergesprächen, die von der Agentur für Arbeit veranlasst wurden absieht. Ich würde nach dieser Erfahrung den Vermittlungsvorschlag zurückschicken und vermerken, dass ich mich nicht auf die Stellenvermittlung gemeldet habe, weil ein telefonischer Kontakt im Vorfeld erwünscht wurde, was mir unproffesionel, unÃ
Ich kann dem Thema nur beipflichten. Jeder Leistungsbezieher ist zunächst grundsätzlich einer, der widerrechtlich Leistungen bezieht, grade wenn es um Klärung von Bedarfsgemeinschaft/Haushaltsgemeinschaft etc. geht. Ich wurde über mehr als 2 Jahre von der ARGE hier mit unangemeldeten Besuchen terrorisiert. Da ich mich grundsätzlich gegen alles wehre, was mir zu Unrecht geschieht, ist meine Akte natürlich dick und ich bin bekannt :-) Es sind effektiv Stasi-Methoden, die angewendet werden. Praktisch jeder Hausbesuch beinhaltete mehrere Rechtsbrüche der "Besucher" = FM Formelle Mitarbeiter. Beim nächsten Mal werde ich sofort die Polizei rufen, wegen Landfriedensbruches (betreten meines Gurndstückes widerrechtlich). Ich kenne da keinen Pardon mehr. Bezeichnender Weise sind mittlerweile alle Mitarbeiterinnen, mit denen ich zu tun habe OTs = "Ossitussis". Dieser Persoennkreis wurde m.E. in voller Absicht gewählt. Ziwschenzeitlich wurde mir sogar meine Kaltmiete aberkannt, die ich vormals meiner inzwischen verstorbenen Mama korrekt bezahlte. Dies wird ein Verfahren vor dem Sozialgericht klären. Leute, wehrt euch!!! Man geht eben davon aus, dass dies die wenigsten tun und macht somit einen guten Schnitt bei der Verweigerung von Leistungen. In diesem (Wahl)jahr 2009 sind die ARGE ja offiziell von der Bundesregierung wieder angewiesen zu sparen, jetzt mind. 5% der Leistungen. Das muss ja geschafft werden. Uas meiner Erfahrung kumulieren dann im letzten Quartal, das immer separat genehmigt wird oder auch nicht, solche totalitären Übergriffe.
Langzeitarbeitslosen mit Sozialhilfeempfängern war von der Schröderregierung beabsichtigt. Man muss Menschen entrechten und entwürdigen, dann kann man sie viel besser drangsalieren - alte K_Z- Erkenntnis.
Mit Arbeitslosengeld- 2-Beziehern ging das nicht. Mit HartzIV-Beziehern sehr wohl. Zumal viele wie Marcello50 ticken.
Wie die Schröderregierung wirfst du Sozialfälle (die nie gearbeitet haben) mit entlassenen Arbeitslosen (die jahrelang Sozialleistungen entrichtet haben) in einen Topf und erklärst sie allesamt zu Sozialfällen. Die Differnzierung, viele haben zuvor Arbeitlsosenversicherung gezahlt, wenige haben es nicht, die fehlt in deinem vorangehenden Schreiben.
Und auch bei deiner Quellenangabe zeigst du eine deutliche Einseitigkeit. Frage einmal die Arbeitslosen wie es auf dem Amt zugeht. Dann hörst du von Sanktionen aufgrund von haltlosen Unterstellungen, Nachweispflicht und Nötigung aufgrund von Amtsfehlern. Und auch von Agressionen verbaler und tätlicher Art von Sachbearbeitern gegenüber Arbeitslosen (nebenbei: die SB haben vorsorglich Reizgas und Elektroschocker in ihren Schubladen; die ARGEn haben von der ersten Sekunde an Sicherheitsdienste eingeschalten - beides haben weder Arbeits- noch Sozialamt je gebraucht, denn gar mit Konfrontation gerchnet.)
Und dann werden die Arbeitslosen bereits extrem kontrolliert. Das Bankgeheimnis ist für Arbeitslose aufgehoben und Banken müssen unregelmäßige Geldeingänge melden. Der Datenschutz ist ausgehebelt und die ARGEn bekommen HInweise von Zoll, Versicherungen, Krankenkassen. Und natürlich von Denunzianten.
Eine Legalisierung von Schnüffelmethoden, wie sie versucht wurde, kommt einer weiteren Entwürdigung der Menschen gleich. Arbeitslose haben jetzt schon eingeschränkte Bürgerrechte (und die Gerichte verschließen ihre Augen bis die Sachen vorm Bundesgericht landen) und standen kurz davor zu Staatsfeinden erklärt zu werden. Und zwar *nicht* auf 'begründetem Verdacht', sondern auf 'bloßem Verdacht', denn die Mängel einer Anweisung dürfen SB willkürlich ausfüllen.
Und letztlich mußt du dich selbst fragen ob sich der Aufwand einer eigenen Stasi-Abteilung der ARGEn überhaupt rentiert? Das große Geld ist bei den Arbeitslosen nicht zu holen. Nach deinen Beispielen haben einige Menschen ein paar hundert Euro zu viel. Um das zu verhindern sollen Kontrolleure im Wert von einigen tausend Euro eingesetzt werden?! Ne, hier liegt kein ernsthafter Grund zugrunde. Es geht einzig um Schikane, Nötigung, Gängelung, Entwürdigung und damit die noch Beschäftigten kuschen.
Wer mit Mitarbeitern der Agenturen spricht kann erfahren, mit welchen Geschichten da aufgewartet wird, Aggresivität gegen die ARGE Mitarbeiter bis zur Tätlichkeit.
Da kommen Leute , welche kaum einen Beitrag in die Sozialkassen geleistet haben, aber vieel habne i -Pod oder die neueste Handy version und einen Anwalt, der auch noch die extremsten Positionen unterstützt.
Wer Leistungen ohne aktuelle Gegenleistungen erhält muss auch akzeptieren, dass er hin und wieder kontrolliert wird.
Die Kritik an der KOntrolle ist nicht neu, so wurde die Überwachung des Misbrauchs in Hessen in den 80er Jahren damit von der Roten Regierung abgelehnt, man wolle sich ja nicht der Stasi Methoden bedienen.
Analog der gegenwärtigenKampagne gegen die Überprüfung, es wird emotionalisiert um das eigentliche Problem des Misbrauches zu vertuschen.
Der Misbrauch bei Hartz Empfängern wird nicht dadurch gelöst indem auf andere Misbräuche hingewiesen wird, auch diese gilt es abzustellen.
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