Der Sportausrüster Adidas ist Sponsor der Olympischen Sommerspiele in Peking, sieht sich politisch aber nicht in der Pflicht.

Der Sportausrüster Adidas gibt sich als Sponsor der Olympischen Sommerspiele in Peking unpolitisch. "Wir lassen uns nicht in moralische Haftung für einen Zustand nehmen, den wir weder herbeigeführt noch zu verantworten haben", sagte Vorstandschef Herbert Hainer auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Fürth in Anspielung auf die umstrittene Tibet-Politik der chinesischen Regierung.

Anzeige

Adidas nehme die Debatten über Olympia sehr ernst, könne aber keine politischen Krisen lösen. Am Rande des Aktionärstreffens gab es friedliche Proteste einiger Sportler aus Tibet.

Schon in den vergangenen Wochen hatte Hainer Forderungen von Nichtregierungsorganisationen zurückgewiesen, Adidas müsse sich als einer der Olympia-Hauptsponsoren zu Menschenrechtsfragen in China äußern.

Auch von einem Boykott der Spiele riet der Manager ab. Nun betonte Hainer, Adidas engagiere sich in China auf seine eigene Weise für die Mitarbeiter in den Zulieferbetrieben.

Dabei gehe es um Bildung, Gesundheit, Umwelt und soziale Standards, die "sehr deutlich über dem Niveau des Landes liegen".

Adidas, die Nummer zwei der Branche hinter Marktführer Nike, ist der offizielle Partner der Olympischen Spiele für Sportbekleidung. Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach rüstet nicht nur Freiwillige und Funktionäre aus, sondern auch 16 Olympia-Mannschaften, darunter Deutschland und China.

Leser empfehlen