Adidas-Chef Herbert Hainer "Wir versprechen uns sehr viel von der WM"

Chef Herbert Hainer hat sich über die Adidas-Planungen zur WM und Uli Hoeneß' Zukunft geäußert.

(Foto: Bloomberg)

Adidas plant zur WM die größte Werbekampagne in der Geschichte des Unternehmens - um so den US-Konkurrenten Nike anzugreifen. Im SZ-Interview spricht Konzernchef Herbert Hainer auch über die Zukunft von Uli Hoeneß.

Mit der "größten Werbekampagne in der Adidas-Geschichte" will der fränkische Sportartikelhersteller nach Aussage seines Vorstandschefs Herbert Hainer bei der Fußball-WM den US-Rivalen Nike attackieren. "Wir versprechen uns sehr viel von der WM", sagte Konzernchef Herbert Hainer der Süddeutschen Zeitung (Samstagsausgabe). "Bei der Weltmeisterschaft wird Adidas dominieren." Die Kampagne werde "eine Menge Geld" kosten und "zum ersten Mal auf die digitale Welt konzentriert sein."

Insgesamt will Adidas allein mit dem Verkauf von Fußballausrüstrung in diesem Jahr zwei Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften und damit deutlich mehr als Nike. Er kontert damit die Amerikaner, die zuletzt mitgeteilt hatten, sie würden bei Fußballschuhen vor Adidas liegen.

Konzernchef Hainer warnte gleichzeitig davor, dass der starke Euro Adidas deutlich zu schaffen mache. "2014 rechnen wir währungsbereinigt mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich, also zwischen einer und 1,2 Milliarden Euro", sagte Hainer der SZ. "Doch gleichzeitig belastet uns der starke Euro enorm, so dass davon deutlich weniger bei uns in der Bilanz ankommt." Einige mittelfristige Ziele würden deshalb erst später erreicht, räumte er ein.

Vorbei ist der Golf-Boom

Vorbei ist nach Hainers Auffassung der Golf-Boom, im Golfgeschäft passiere aktuell nicht viel. "Wir erwarten nur noch ein sehr moderates Wachstum", sagte er. "In China, Indien oder Russland werden kaum neue Golfplätze gebaut. Und die großen Märkte Nordamerika, England und Japan, sind weitgehend gesättigt." Die Adidas-Tochterfirma Taylor-Made ist der größte Golfausrüster weltweit.

Hainer rechnet zudem mit einer Rückkehr von Uli Hoeneß in ein Amt beim FC Bayern München. "Wer den Uli kennt weiß, dass sein Herz für den FC Bayern schlägt", so der Adidas-Chef in der SZ. "Der kann nicht zu Hause sitzen und aus dem Fenster schauen, der muss was machen." Die Frage stelle sich jedoch erst nach Hoeneß' Haftverbüßung "in etwa zwei Jahren." Hainer selbst will noch bis 2017 Adidas-Chef bleiben. Bis dahin werde es "eine meiner wichtigsten Aufgaben" sein, "den Wechsel an der Spitze einzuleiten und zu begleiten."

Das vollständige Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder auf dem iPad.