Der staatlich verordnete Auto-Entsorgungszuschuss hat die Hersteller vor dem Total-Absturz bewahrt. Doch was kommt nach der Abwrackprämie? Günther Oettinger hat da schon eine Idee.
Das Ende der Abwrackprämie, offiziell: Umweltprämie, ist absehbar: Nur noch wenige Wochen, dann ist der milliardenschwere Fördertopf aufgebraucht. Und weil dann der Nachfragestopp nach Neuwagen vollends auf die Automobilbranche durchschlagen wird, bangt die Politik schon jetzt. Offenbar arbeiten Union und SPD bereits an Plänen, um die einstige deutsche Vorzeige-Industrie wieder so richtig in Schwung zu bringen.
Auslaufmodell Abwrackprämie - und was folgt danach? (© Foto: ddp)
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Erst Kurzarbeitergeld, dann das günstige Auto
Innerhalb von Union und SPD gebe es Überlegungen für neue Vergünstigungen, berichtete das Handelsblatt (HB). Im Zentrum der Überlegungen stehen dabei Änderungen beim Kauf von Jahreswagen durch Werksangehörige. "Hier haben wir aktuell ein Problem", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) der Wirtschaftszeitung. "Eine Belebung im Bereich des Neuwagenverkaufs könnte zum Beispiel durch eine vernünftige Ausgestaltung der Besteuerung von Jahresagen für Werksangehörige erzielt werden", so Oettinger weiter.
Ähnlich äußerte sich der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer. "Statt die Abwrackprämie zu verlängern, sollten wir versuchen, über eine bessere steuerliche Förderung von Jahreswagen gezielt den Absatz deutscher Hersteller zu stabilisieren und so den gefürchteten Absatzeinbruch nach Auslaufen der Umweltprämie zumindest zu dämpfen", sagte Beckmeyer.
Regierungssprecher Wilhelm dementiert
Die Bundesregierung allerdings dementierte prompt. Sie plane keine Nachfolgeregelung für die auslaufende Abwrackprämie, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. An eine Änderung der Jahreswagenregelungen werde "derzeit nicht gedacht, weder im Unionsteil noch im SPD-Teil der Bundesregierung", so Wilhelm weiter. Auch von Überlegungen zu einem sonstigen Ersatz für die sogenannte Umweltprämie sei ihm nichts bekannt. Wie in der Regierung vereinbart, werde die Prämie auslaufen, wenn das dafür vorgesehene Geld aufgebraucht sei.
Fakt ist, dass vor allem Autokonzerne von dem verlängerten Kurzarbeitergeld profitiert haben. Nun sollen die Mitarbeiter auch noch staatlich vergünstigte Autos kaufen können.
Der Vorstoß aus Union und SPD geht dem HB zufolge auf eine Forderung des BMW-Gesamtbetriebsrats zurück. Dieser beklagt seit langem, dass die Verschärfung der steuerlichen Regelungen den Kauf firmeneigener Wagen für die Belegschaft unattraktiv gemacht habe.
Beckmeyers Angaben zufolge ging der Wagenverkauf an Betriebsangehörige bei Daimler seit 2002 von 40.000 auf 7000 im Jahr 2008 zurück. BMW habe in diesem Jahr erst 7000 Wagen an Betriebsangehörige verkauft, 1999 seien es noch 24.000 gewesen.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/Reuters/mel/hgn)
Der deutsche Kfz-Bau erschöpft sich nicht auf die Produktion von PKWs.
Einfach mal den Blick auf den Nutzfahrzeugsektor geworfen, dann stellt man/frau fest, dass z. B. der Lkw-Bauer MAN 12.000 MitarbeiterInnen aus der Produktion und weitere 5.400 Angestellte aus der Verwaltung etc. ... derzeit auf seiner Kurzarbeiterliste führt = gut 60 % aller MAN-Beschäftigten im Inland - Januar diesen Jahres waren grade mal 4.300 MAN-Beschäftigte auf Kurzarbeit.
Laut VDA (Verband der Automobilindustrie) findet heute über ein Viertel aller Beschäftigten in der deutschen Automobilindustrie ihren Arbeitsplatz im Nutzfahrzeugsektor
Und dennoch ist wohl kaum zu befürchten, dass demnächst Vorschläge zur "vernünftigen Ausgestaltung" von Sonstnochwas ("Neue Initiative sozialer Personal-LKW" o. ä.) zur Belebung der Nachfrage auf dem Nutzfahrzeugsektor aus berufenem Munde artikuliert werden.
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Nein, es nutzt wirklich nicht auf Dauer, immer mehr Hüpfburgen für einzelne Branchen ständig noch weicher auszugestalten, nur damit diese ihre gewohnt großen Sprünge auch weiterhin schadlos überstehen können.
... die Katze sich nicht nur in den eigenen Schwanz, sie merkt es dazu erst wenn sie in so weit abgefressen hat, das sie am eigenen After riechen kann. Und die einzige Erkenntnis daraus, "es stinkt."
Wieso wird eigentlich nicht in die Zukunft investiert? Stattdessen subventioniert man 'alte' Technik. Sicher, seit kurzem kann man sich auch einen BMW-Hybrid kaufen, aber zu welchem Preis? Wo bleibt das 1-Liter-Auto? Dem Gesetzgeber ist das egal. Man arrangiert sich brav mit der Autoindustrie und kann weitere vier Jahre regieren. Schöne neue Welt.
"Der staatlich verordnete Auto-Entsorgungszuschuss hat die Hersteller vor dem Total-Absturz bewahrt." wirklich? Welche Hersteller? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass BMW, Daimler oder auch Audi durch diese Prämie vor dem "Absturz" bewahrt wurden. Bei BMW in Dingolfing gibt es seit Monaten Kurzarbeit, die großen BMW's lassen sich momentan schlecht verkaufen. Das Geld kommt vom Arbeitsamt = Steuerzahler. Aber ist doch schön, wenn man vor der Bundestagswahl schnell noch ein "bisschen" Geld, will heissen Subventionen, verteilen kann.
"Beckmeyers Angaben zufolge ging der Wagenverkauf an Betriebsangehörige bei Daimler seit 2002 von 40.000 auf 7000 im Jahr 2008 zurück. BMW habe in diesem Jahr erst 7000 Wagen an Betriebsangehörige verkauft, 1999 seien es noch 24.000 gewesen."
Das ist genau der Zeitraum, in dem die Reallöhne zurückgegangen sind und die Automobilhersteller sich immer mehr auf Premium-Premium-Fahrzeuge konzentriert haben, die sie dann exportierten. So war es durch die hohe Produktivität, die geringen Lohnsteigerungen und günstige Wechselkurse möglich, im Ausland neue Käuferschichten zu erobern und Gewinne zu machen, die schon fast sittenwidrig waren.
Jetzt stellen die Automobilkonzerne auf einmal fest, dass offensichtlich die, die die Dividenden einstrichen doch nicht so viele sind, wie die, die an einem Auto mitbauen.
Tja liebe Automobilkonzerne, so kann man sich die Märkte auch kaputt machen.......
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