Aufregung in Berlin: Der angeblich massenhafte Betrug mit der Abwrackprämie alarmiert die Politik. Die zuständige Behörde hält das genannte Ausmaß allerdings für fraglich.
Stoff für neue Empörung: Nach Berichten über Tausende Betrugsfälle bei der Abwrackprämie hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine rasche Aufklärung der Vorwürfe gefordert. "Dem wird man nachgehen müssen. Sie können einen gewissen Missbrauch nie ganz ausschließen", sagte der stellvertretende SPD-Chef.
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Der Begriff "Umweltprämie" könnte als Euphemismus für die Abwrackprämie verstanden werden. Manchmal fördert die Sonderzulage aber auch den Betrug. (© Foto: dpa)
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"Wenn das belegbar ist, dann müssen möglicherweise gewährte Vorteile wieder eingeholt werden - so wie bei allen anderen Missbrauchstatbeständen auch." Die Bild-Zeitung hatte unter Berufung auf Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter berichtet, dass bis zu 50.000 in Deutschland abgewrackte Fahrzeuge illegal ins Ausland verkauft worden sind.
Fünf bis zehn Prozent der bisher verschrotteten Fahrzeuge wurden demnach nach Afrika und Osteuropa transportiert.
"Debakel für den Rechtsstaat"
Angaben des für die Abwrackprämie zuständigen Amtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zufolge haben bisher mehr als 500.000 Bundesbürger ihr Altfahrzeug abgewrackt und dafür die Prämie von 2500 Euro kassiert.
Die Deutsche Umwelthilfe rechnet sogar mit einer weiteren Zunahme auf bis zu 100.000 Betrugsfälle. Der Verband erklärte, das Abwrack-Programm entwickele sich zu einem Debakel für den Rechtsstaat und einem "Förderprogramm für die organisierte Kriminalität".
Bereits zu Jahresbeginn hatte der Verband mit Testpersonen aufgezeigt, wie einfach es ist, ein offiziell abgewracktes Fahrzeug nach Osteuropa oder Afrika zu verkaufen. Die Tester konnten das Auto sogar erneut in Deutschland anmelden und dennoch alle notwendigen Papiere für die 2500 Euro Abwrackprämie erhalten.
Hohe Hürden
Die Bafa zeigte sich allerdings überrascht über das Ausmaß der monierten Betrugsfälle: "Wir können die Zahlen weder bestätigen noch dementieren", sagte Bafa-Sprecher Holger Beutel zu sueddeutsche.de. Fraglich sei allerdings, wer die Zahl von 50.000 illegalen Verkäufen ins Ausland überhaupt ermitteln könne. Die Bafa werde immer dann aktiv, wenn sie von der Polizei auf Verdachtsfälle aufmerksam gemacht werde. Das sei bisher in weniger als hundert Fällen geschehen.
Die Hürden für einen Betrug dieser Art seien zudem recht hoch, so Beutel weiter: "Die Täter sind gezwungen, die Autos mit gefälschten oder ohne Kraftfahrzeugpapiere ins Ausland zu verschieben, da zur Bewilligung der Abwrackprämie die entsprechenden Dokumente erforderlich sind." Zudem müsste bei jedem Betrugsfall der Händler gelogen haben, weil er jeweils erklärt habe, das Auto sei bereits verschrottet.
(sueddeutsche.de/dpa/AP/pak/tob)
Großprojekte in Berlin
@Expat:
Nein, nein und nochmal NEIN!
Das ganze Programm ist eine Subvention der Autohersteller und hat mit "Umweltschutz" NICHTS zu tun!!! Das ist vorgeschobene Propaganda!
Ich behaupte, dass mindestens 95% der "entsorgten" PKWs mindestens EURO-3 fähig waren. Wenn nicht EURO-4. Da ist nichts mit "Dreckschleudern"! Wie kommen Sie darauf? Was ist eine "Dreckschleuder"? Ein Auto, älter wie 9 Jahre?
JEDER Neuwagen stösst potentiell mehr CO² aus wie der 10 Jahre alte Vorgänger. Ganz einfach deswegen, weil die Autos tendentiell mahr verbrauchen wie vo 10 Jahren, schon allein wegen dem ständig ansteigenden Leergewicht.
DW
das einzige Debakel war der *Beschluss* dieser asozialen Subvention durch unsere "Volksvertreter".
DW
Na immerhin doch ein kleiner Lichtblick im Umweltschutzdebakel Abfrackprämie.
Eigentlich sollten wir den Verwertern dankbar sein das sie die Tonnen und Abertonnen von Schrott und Sondermüll nicht dem Recyclingkreislauf zugeführt sondern sinnvoll weiter verwertet haben. Warum Steinbrück da jetzt schreit wie ein Kleinkind dem man die Schaufel im Sandkasten geklaut hat, ist mir ein Rätsel.
Was ist der Unterschied zu früher? Eigentlich war es immer so, dass funktionierende Fahrzeuge in den Osten bzw. Afrika verschifft wurden. Die Abwrackprämie ist kein Umweltschutzprojekt, sondern ein Konjunkturpaket für Fahrzeughersteller und Autohäuser. Nur weil es den Namen trägt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn das alte Geschäft noch funktioniert. Und wieso ist es verwerflich, die Fahrzeuge weiter zu verkaufen? Wenn man wirklich Umweltschutz damit betreiben haben wollen, hätte es schon vor Jahren Auflagen bei Autoherstellern geben sollen. Diesbezüglich wurde aber nichts unternommen.
Wenn jetzt Schrotthändler die Fahrzeuge weiterverkaufen, ist es denen kaum verwerflich, weil ihre beinahe gesamte Autoflotte (die zur Ausschlachtung und Weiterverkauf der funktionierenden Ersatzteile dient) in die Presse schicken können (und bei den Metallpreisen ist es weniger rentabel). Zum anderen die Erneuerung der Fahrzeuge (Kauf von Neufahrzeugen) ihren Kundenstamm vernichtet (neue wird man so schnell herbekommen).
Also, was soll die Aufregung?
hinter der Finanzwirtschaft und der Versicherungswirtschaft naürlich ...
Paging