Abschied vom Kohle-Geschäft Norwegens Staatsfonds soll bei RWE aussteigen

  • Norwegens Parlament will Investitionen in die Kohle-Industrie einschränken. Der 800 Milliarden Euro schwere Staatsfonds soll deshalb auf Investments bei Firmen verzichten, die einen bestimmten Anteil ihrer Umsätze mit Kohle erwirtschaften.
  • Das dürfte den deutschen Energieerzeuger RWE treffen. Der Staatsfonds hält derzeit noch bis zu zwei Prozent an RWE.

Aus für RWE-Investment

Der norwegische Staatsfonds könnte sich auf Druck des Parlaments von seinen milliardenschweren Beteiligungen an Kohle-Firmen wie RWE trennen. Wenn die geplanten Vorgaben für Investitionen in die klimaschädliche Kohle-Industrie in Kraft träten, müsse man sich aus 50 bis 75 Unternehmen zurückziehen, sagte Petter Johnsen, Chef-Anlage-Stratege des weltgrößten Fonds.

Der Fonds gehört mit jeweils um die zwei Prozent auch zu den größten Investoren der deutschen Versorger RWE und E.ON. Die Beteiligungen seien zwischen vier und fünf Milliarden Euro wert, sagte Johnsen.

Abkehr vom Kohle-Geschäft

Am Mittwoch hatte der Finanzausschuss des norwegischen Parlaments parteiübergreifend beschlossen, dass der Fonds seine Beteiligung an Firmen abgeben solle, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes aus Geschäften rund um die Kohle machen. "Investitionen in Kohle-Firmen stellen sowohl ein Risiko für das Klima als auch ein künftiges wirtschaftliches Risiko dar", heißt es in der einstimmigen Erklärung des Ausschusses. Die Vorgaben können sowohl Strom-Versorger mit Kohlekraftwerken als auch Bergbauunternehmen treffen.

Das Parlament insgesamt muss der Regelung noch zustimmen. Die norwegische Minderheitsregierung hatte sich bisher gegen zu viele Vorgaben bei den Investitionen des Fonds gesperrt. Der Fonds, der sich aus den Gas- und Öl-Einnahmen des Landes speist, ist mehr als 800 Milliarden Euro schwer und hält über ein Prozent sämtlicher börsennotierter Firmen weltweit.