Ihr richtiger Name war Umweltprämie - und wie eine Studie nun belegt, hatte die Abwrackprämie tatsächlich einen grünen Effekt. Weiter laufen wird sie trotzdem nicht.
Die Abwrackprämie der Bundesregierung hat laut einer Studie erhebliche positive Effekte für die Umwelt. Der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos sei um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Autos, heißt es in einem Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums.
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Gut für die Wirtschaft, gut für die Umwelt: Die Bundesregierung lobt ihre Maßnahme. (© Foto: AP)
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Bei den klassischen Luftschadstoffen wie Stickoxiden und Rußpartikeln liege der Ausstoß sogar bis zu 99 Prozent niedriger. Umweltminister Sigmar Gabriel (SDP) sprach von einem Erfolg: "Obwohl sie mit ganz anderer Zielsetzung konzipiert wurde, steckt in der Abwrackprämie mehr Umwelt, als viele erwartet haben."
Die Studie des Heidelberger Ifeu-Instituts zeige zudem, dass die Neuwagen gegenüber üblichen Gebrauchtwagen kleiner und effizienter seien. Gekauft wurden demnach mit der Prämie vor allem Klein- und Kompaktwagen.
Abgewrackte Autos im Schnitt 14 Jahre alt
"Diejenigen, die befürchtet haben, dass die Prämie zum Kauf von teuren Straßenkreuzern anreizt, haben das Portemonnaie der Menschen über- und ihr Umweltbewusstsein unterschätzt", sagte Gabriel. Das Durchschnittsalter der verschrotteten Autos lag der Studie zufolge bei mehr als 14 Jahren.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) erneuerte dagegen seine Kritik an der Abwrackprämie. Die Regelung habe große Öko-Lücken gehabt. Beim Einsatz von fünf Milliarden Euro hätte für die Umwelt mehr herauskommen müssen.
Der Bundesregierung ging es bei der Umweltprämie jedoch in erster Linie darum, der kriselnden Autoindustrie zu helfen und einen Absatzeinbruch abzufedern, bis der Export wieder anspringt. Dafür hatte sie einen Fördertopf von fünf Milliarden Euro bereitgestellt. Autokäufer, die einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottet und einen neuen gekauft hatten, erhielten eine Summe von 2500 Euro.
Im August gab die Abwrackprämie dem deutschen Automarkt laut Kraftfahrt-Bundesamt noch einmal einen kräftigen Schub. Mittlerweile ist das Gesamtvolumen jedoch ausgeschöpft. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) richtete eine Warteliste für Prämien-Nachrücker mit 15.000 Plätzen ein.
Eine Fortsetzung schloss Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut aus: "Die Umweltprämie wird nicht verlängert", sagte sie dem Münchner Merkur. Die Prämie sei richtig gewesen, "um die Nachfrage in Deutschland zu stärken, als der Export total zusammenbrach", sagte Merkel der Zeitung. Die Lage habe sich aber gebessert.
Laut einem Bericht der Fachzeitschrift Automobilwoche unter Berufung auf eine Untersuchung des Zentralverbandes Kfz-Gewerbe (ZDK) hat die Kaufwelle dem Staat über die Mehrwert- sowie Versicherungs- und Kfz-Steuer Einnahmen gebracht, die den fünf Milliarden Euro für die Prämie entsprechen.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums nannte dies allerdings eine Milchmädchenrechnung. Jeder Euro könne vom Bürger schließlich nur einmal ausgegeben werden. Unter anderem der Einzel- und der Möbelhandel hatten sich über die Prämie beklagt, da viele Bürger ihr Geld nun für Autos aufgewendet und dafür andere Käufe zurückstellt hätten.
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(Reuters/dpa/AFP/bavo/gal)
Studien kann man zu jedem Thema erstellen, und gerne wird das erwünschte Ergebnis gleich mit in Auftrag gegeben. Mir ist schleierhaft, weshalb funktionstüchtige Fahrzeuge zerstört werden mussten, und man dies dann auch noch als Umweltprämie bezeichnet. Der möglicherweise geringere Schadstoffausstoss der neuen PKW muss in ein Verhältnis mit den Energie- und sonstigen Kosten gesetzt werden, die bei der Herstellung eines neuen PKW entstehen. So wird aus der Umweltprämie ein Klimakiller!