Sechs Liter Benzin auf 100 Kilometer - die neuen US-Vorgaben sind für Porsche flottenweit kaum zu schaffen. Eine Befreiung als Nischenhersteller gibt es für die Stuttgarter nun nicht, doch sie haben Zeit geschunden.

Im Ringen mit der US-Regierung hat der Sportwagenhersteller Porsche einen Teilerfolg erzielt. Um die neuen, deutlich strengeren Grenzwerte für den Verbrauch erreichen zu können, bekommt Porsche mehr Zeit. Einen dauerhaften Sonderstatus als Nischenhersteller konnten die Stuttgarter aber nicht durchsetzen.

Porsche, Foto: dpa

Produktion des Porsche Panamera in Leipzig. Der Hersteller kämpft mit Problemen auf dem wichtigen US-Markt. (© Foto: dpa)

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Die neuen Vorgaben, die am 1. April offiziell vorgestellt wurden, lägen im Durchschnitt für alle Autohersteller bei knapp sieben Litern auf 100 Kilometer, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD). Sie seien für den Zeitraum 2012 bis 2016 gültig und kämen einer Verringerung um rund ein Drittel gegenüber dem derzeitigen Durchschnittsverbrauch gleich.

Porsche hatte sich bis zuletzt erbittert gegen das Gesetz gewehrt. Der deutsche Sportwagenhersteller befürchtet sogar, das wichtige US-Geschäft unter den neuen Vorgaben nicht mehr aufrechterhalten zu können.

Nicht viel länger als ein Fiat Cinquecento

Die Grenzwerte werden für jeden Hersteller nach dem Radstand seiner Fahrzeuge ermittelt. Porsche stellt vor allem kleine Sportwagen mit großen Motoren her, und sieht sich nicht imstande, die gleichen Verbrauchswerte zu erfüllen wie Kleinwagen am Massenmarkt.

Beispielsweise hat der 911er einen Radstand von bis zu 2350 Millimeter - und ist damit nicht viel länger als ein Fiat Cinquecento.

Kritiker witterten hinter der ganzen Aktion einen Trick der Amerikaner: Ausgerechnet die langen US-Schlitten und heimischen Pick-up-Trucks hätten einen günstigeren "Fußabdruck", wie der Radstand in der Branche auch bezeichnet wird.

Porsche dagegen - mit seinen kleinen und leistungsstarken Flitzern - sei durch die Regelung benachteiligt. Möglich also, dass die Formeln zur Berechnung der Grenzwerte nicht zufällig gerade so formuliert sind, dass die großen US-Hersteller die Vorgaben weitestgehend erfüllen?

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