Abgasaffäre Klage gegen Fiat Chrysler wegen Diesel-Manipulation

Unter Verdacht: Fahrzeuge des Herstellers Fiat Chrysler.

(Foto: AFP)
  • Die US-Umweltbehörde EPA hat Klage gegen den Autokonzern Fiat Chrysler eingereicht wegen möglicher Abgas-Manipulation.
  • Nach VW ist es ein weiterer große Autokonzern, der ins Visier der US-Behörde geraten ist. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe nach Bekanntwerden der Ermittlungen bestritten.

Die US-Umweltbehörde EPA hat Klage gegen den italienisch-amerikanischen Autohersteller Fiat Chrysler eingereicht. Es geht um möglicherweise manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren. Auslöser der Ermittlungen gegen den Konzern war der VW-Abgasskandal, der auch zu Untersuchungen bei anderen Herstellern führte.

Die Umweltbehörde wirft Fiat Chrysler vor, in Dieselfahrzeugen eine Software zur Manipulation von Schadstoffemissionen eingesetzt zu haben. Es geht dabei um mehr als 100 000 Autos. Ein Bundesrichter in Kalifornien hatte zuvor schon für den 24. Mai eine Anhörung angesetzt, nachdem von Autobesitzern eine Reihe von Klagen gegen Fiat Chrysler eingereicht wurden.

Auch in Europa steht Fiat Chrysler im Visier

Nachdem die Ermittlungen bekannt geworden waren, hatte das Fiat Chrysler erklärt, ein Rechtsstreit wäre kontraproduktiv für die aktuellen Gespräche mit der EPA und der kalifornischen Umweltbehörde Carb. Der Konzern werde sich gegebenenfalls vor Gericht gegen die Vorwürfe wehren.

Auch in Europa haben die Behörden Fiat Chrysler ins Visier genommen. Nach Ansicht der EU-Kommission hat Italien gegen EU-Recht verstoßen, indem es die Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung bestimmter Fiat-Modelle zuließ. Sie leitete daher in der vergangenen Woche ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien ein.

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