Abgas-Affäre VW-Manager sind mit 500 Millionen versichert

Bessere Zeiten: 2009 sitzen der damalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn (re.) und Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg auf der Automesse in Detroit in einem Konzeptauto des Konzerns.

(Foto: dpa)

VW hat seine Vorstände und Aufsichtsräte mit einer Haftpflicht-Police über 500 Millionen Euro geschützt. Fraglich ist aber, ob die zahlt - und ob das Geld reichen würde.

Der Volkswagen-Konzern hat seine Führungskräfte mit einer Management-Haftpflichtversicherung über 500 Millionen Euro für den Fall abgesichert, dass diese ihre Pflichten verletzen und dem Unternehmen dadurch ein Schaden entsteht. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Dienstagausgabe. Demnach hat Volkswagen einen Vertrag bei einem Konsortium unter Führung des Versicherers Zurich abgeschlossen. Zumindest eine Assekuranz habe bereits Reserven gebildet, heißt es. VW und Zurich wollten sich dazu nicht äußern.

Das Problem: Bei Vorsatz der Manager zahlen die Versicherer in der Regel nicht. Ob das in Betracht kommt oder nicht, hängt nun vom Ausgang der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig ab. Wenn die Versicherung im Fall VW in voller Höhe - also mit der Versicherungssumme von 500 Millionen Euro - zum Tragen käme, ist aber absehbar, dass dies die Betroffenen nicht ausreichend vor möglichen finanziellen Belastungen schützt. Denn der Schaden für Volkswagen dürfte deutlich höher ausfallen und in die Milliarden gehen.

VW braucht den Neuanfang - jetzt

Volkswagen braucht nach dem Abgas-Skandal unabhängige Aufseher mit unverstelltem Blick. Hans Dieter Pötsch ist dafür der falsche Mann. Kommentar von Caspar Busse mehr ... Kommentar
SZ Espresso Newsletter Auch per Mail bestens informiert: Diese und weitere relevante Nachrichten finden Sie - von SZ-Autoren kompakt zusammengefasst - morgens und abends im SZ Espresso-Newsletter. Hier bestellen.