Quo vadis, Chrysler? Die Zukunft des kriselnden US-Autokonzerns steht in den Sternen. Eine Fusion mit GM ist derzeit undenkbar - doch jetzt verhandelt der Konzern offenbar mit einem Konkurrenten.
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Wer bekommt Chrysler? Die Zukunft des Autokonzerns ist noch völlig offen. Foto: AFP
Die Zukunft des notleidenden Chrysler-Konzerns ist ungewiss. Eigentlich, so waren die Pläne, sollte das Unternehmen vom Konkurrenten General Motors zusammengehen. Dieser Zusammenschluss ist aufgrund der Finanzkrise in weite Ferne gerückt. Die Gespräche sind zäh und schleppend. Aus Verhandlungskreisen verlautete sogar, derzeit sei die Übernahme unmöglich, da es General Motors derzeit nicht gelänge, den für die Transaktion notwendigen Kredit aufzutreiben.
Bis zu einem möglichen Abschluss des Geschäfts könnten daher noch einige Wochen vergehen. Unter Umständen müsse auch die US-Regierung Geld beisteuern, sagte der Gewährsmann. Ob ein entsprechender Antrag an sie herangetragen worden sei, wisse er allerdings nicht.
Jetzt gibt es möglicherweise noch eine andere Möglichkeit. Denn Chrysler verstärkt Medienberichten zufolge seine Verhandlungen mit den verschwisterten Konzernen Renault und Nissan über eine weltweite Allianz. Chrysler strebe zwar vorrangig noch immer eine Übernahme durch den größten US-Autobauer General Motors (GM) an, berichtete das Wall Street Journal. Dieser Plan stehe aber wegen der leeren GM-Kassen vor massiven Finanzierungsproblemen.
Kooperation oder Fusion
Nissan und Renault könnten mit einer Minderheitsbeteiligung bei Chrysler einsteigen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider. In dem globalen Verbund würde Chrysler weit mehr intakt bleiben, als bei einer Übernahme durch die Opel-Mutter GM. Unter dem Dach von GM stünden ein drastischer Abbau von bis zu 40.000 Stellen sowie Milliardeneinsparungen an.
Der Chef von Renault und Nissan, Carlos Ghosn, bevorzugt Kooperationen statt Fusionen. Einen US-Anbieter als dritten Partner im Verbund nannte er erst zuletzt wieder einen logischen Schritt. Ghosn hatte 2006 auch bereits mit GM über eine Allianz gesprochen, die Amerikaner wollten dann aber lieber doch weiter eigenständig bleiben.
Allerdings besäße auch ein Zusammengehen von GM und Chrysler einen gewissen Charme. Die beiden Unternehmen wären gemeinsam der nach Verkaufszahlen größte Autobauer der Welt – noch vor dem japanischen Toyota-Konzern. GM leidet angesichts der steilen Talfahrt des US-Automarktes wie auch der Wettbewerber Ford unter Milliardenverlusten und verbrennt derzeit monatlich rund eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln. Im Kampf gegen eine drohende Pleite wären Chryslers flüssige Reserven von rund zwölf Milliarden Dollar bei GM sehr willkommen.
Chrysler-Eigner ist der US-Finanzinvestor Cerberus, der 2007 rund 80 Prozent vom deutschen Daimler-Konzern übernommen hatte. Daimler verhandelt gerade über den Verkauf seiner Chrysler-Restbeteiligung an Cerberus.
(sueddeutsche.de/dpa/AP/tob/mel)
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