Das Geschäft mit dem Sex läuft nicht mehr rund: Die US-Porno-Industrie spürt die Konsequenzen der Wirtschaftskrise - und will jetzt ebenfalls Geld vom Staat.

Porno-Industrie ist scharf auf Staatsgeld

Das Sex-Geschäft in den USA bekommt die Folgen der Finanzkrise zu spüren. Foto: AP

Eine bis dato sorgenlose Branche darbt. Nach den drei großen US-Autoherstellern General Motors, Ford und Chrysler fordert nun ausgerechnet die Porno-Industrie in den Vereinigten Staaten ebenfalls staatliche Unterstützung.

In einer in Los Angeles veröffentlichten Erklärung forderten der berühmt-berüchtigte Porno-Verleger Larry Flynt und der Sex-Filmer Joe Francis ein staatliches Rettungspaket. Ihre Wunschsumme: fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro).

Flint, Gründer des Hustler-Magazins, und sein Kollege Francis riefen den neuen US-Kongress auf, "den Appetit der Amerikaner auf Sex zu verjüngen". Die Kongressmitglieder schienen gewillt zu sein, die wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes zu unterstützen - daher solle nun auch die Porno-Industrie nicht leer ausgehen, sagte Francis. Bis dato hatte der Mann vor allem mit der einschlägigen DVD-Filmserie "Girls Gone Wild" viel Geld verdient.

An Sex wird zuletzt gedacht

Zwar betonten Flint und Francis, dass ihre 13 Milliarden Dollar schwere Branche alles andere als vor dem Kollaps stehe - "aber warum sollten wir Risiken eingehen?". Francis zufolge gingen der Verleih und der Verkauf von Sex-DVDs im vergangenen Jahr um gut ein Fünftel zurück.

"Durch diese Wirtschaftsmisere und all das Geld, das die Leute verlieren, ist Sex das Letzte, an das sie denken", klagte Flynt. Die Leute seien einfach viel zu deprimiert für Sex. Daher sei jetzt der Kongress gefordert: Dieser müsse der Sex-Branche helfen, "und zwar schnell". "Das ist nämlich sehr ungesund für eine Nation - Amerikaner können zwar ohne Autos oder so was auskommen, aber eben nicht ohne Sex."

(sueddeutsche.de/AFP/mel/pak)