Die Siemens AG soll laut Informationen der Süddeutschen Zeitung im vergangenen Jahr versucht haben, einen dubiosen Geldfluss in der Schweiz zu vertuschen.
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KPMG-Mitarbeiter belastet Siemens (Archiv) Foto: dpa
16.12.2007, 13:562007-12-16T13:56:00 CEST+0100
Die Siemens AG soll laut Informationen der Süddeutschen Zeitung im vergangenen Jahr versucht haben, einen dubiosen Geldfluss in der Schweiz zu vertuschen.
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KPMG-Mitarbeiter belastet Siemens (Archiv) Foto: dpa
Die Siemens AG soll im Jahr 2006 versucht haben, dubiose Zahlungen zu vertuschen, die über eine Tochtergesellschaft in der Schweiz abgewickelt worden waren. Ein Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG sagte nach Informationen der Süddeutschen Zeitung als Zeuge bei der Münchner Staatsanwaltschaft aus, Siemens habe im April 2006 eine konzerninterne Finanzprüfung gestoppt.
Außerdem habe Siemens Nachforschungen der KPMG, so der Verdacht des Zeugen, "abwürgen“ wollen. Die KPMG testiert seit langem die Bilanzen des Konzerns. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwarzer Kassen und weltweiter Korruptionsdelikte bei Siemens. Mit einer Großrazzia im November 2006 wurde der Schmiergeldskandal publik.
Im Konzern waren der Anti-Korruptions-Abteilung Compliance schon im Februar 2006 dubiose Zahlungen der Schweizer Tochterfirma Intercom aufgefallen. Das berichtete ein Compliance-Mitarbeiter, den die Ermittler ebenfalls als Zeugen befragten. Mit Hilfe der Intercom waren von der Siemens-Sparte Telekommunikation (Com) bis Anfang 2006 Beträge in Höhe von insgesamt gut 30 Millionen Euro über Briefkastenfirmen in Liechtenstein, Panama und der Karibik weltweit verteilt worden. Womöglich handelt es sich um Schmiergelder. Com steht bislang im Zentrum des Skandals.
Der KPMG-Prüfer sagte als Zeuge aus, Verwaltungsratsmitglieder der Intercom hätten Anfang 2006 eine Untersuchung veranlasst. Daraufhin habe die KPMP einen Sonderbericht mit dem Titel "Opera“ anfertigen wollen. Die Siemens-Abteilung Compliance habe aber die Arbeit der KPMG monatelang blockiert und sogar den Auftrag erteilt, "Opera“ nicht fertigzustellen.
Die KPMG habe Einwände vorgetragen, sei bei Compliance jedoch auf "taube Ohren“ gestoßen. Deshalb sei es bei einem "Berichtsentwurf“ geblieben. In dem sind viele dubiose Zahlungen notiert. Siemens wollte sich dazu nicht äußern.
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