Die Bundesregierung rechnet in ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht für 2008 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.
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Wirtschaftsminister Michael Glos auf der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth Foto: dpa
Das meldete der Spiegel aus dem Entwurf des Berichts. Bislang waren zwei Prozent Wachstum erwartet worden. Dem Magazin zufolge sollen dennoch rund 300.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Auch soll die Zahl der Erwerbstätigen auf etwa 40 Millionen steigen. Die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt auf rund 3,5 Millionen Personen sinken. Nach jahrelanger Stagnation werde der private Konsum zum Antrieb für das Wachstum. Die Löhne sollen inflationsbereinigt um rund ein Prozent steigen.
"Der Aufschwung kommt bei den Menschen an", zitierte das Magazin aus dem Berichtsentwurf, der kommende Woche im Bundeskabinett beschlossen werden soll. Die Nachfrage aus dem Ausland verliere dagegen an Bedeutung. Die Exporte trügen nur noch 0,2 Prozentpunkte zum Wachstum bei.
Investitionsprogramm in Milliardenhöhe
Die Experten des Wirtschaftsministeriums, das für den Bericht federführend zuständig ist, führen aber auch Risiken an. "Die Immobilienkrise dürfte die US-Konjunktur und die weltwirtschaftliche Entwicklung dämpfen", heißt es. „Mit dem hohen Ölpreis und der Schwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro kommen weitere Belastungsfaktoren für die deutsche Wirtschaft hinzu.“
Für den Fall, dass sich die Wachstumsaussichten deutlich eintrüben, lässt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) dem Bericht zufolge ein Hilfspaket für die Konjunktur entwerfen. Kernelement sollen Steuerentlastungen für kleinere und mittlere Einkommensbezieher sein.
Flankiert werden soll die Maßnahme mit einem staatlichen Investitionsprogramm in Milliardenhöhe. So könnte die staatliche Förderbank KfW Mittel für den Wohnungsbau bereitstellen, und auch für die Infrastruktur soll etwas getan werden. Das Maßnahmenpaket könnte im Bedarfsfall schon 2009 in Kraft treten.
Die Bundesregierung rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft die globale Finanzkrise glimpflich überstehen wird. "Anzeichen für eine Kreditklemme deutscher Unternehmen als Folge der Finanzmarktturbulenzen gibt es bisher nicht", heißt es laut Spiegel im Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts.
Von Ausnahmen abgesehen - gemeint sind die KfW-Tochter IKB Industriebank und die SachsenLB - verfügten die Banken über "hinreichend große Reserven, um auf die deutlich veränderte Marktlage angemessen reagieren zu können", heißt es in dem Papier weiter. "Der Finanzplatz Deutschland hat sich bisher als relativ robust erwiesen."


Wirtschaft ist witzig