Dass die Landwirte von höheren Preisen profitieren, ist keinesfalls sicher. Zwischenhändler wittern ein Geschäft und könnten die Verbraucher abzocken.

 
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Der Rheinländer, der von seinem Wesen her zum Alltagsphilosophen neigt, meistert das Leben mit Merksätzen. Einer der schönsten lautet: "Wat nix kost’, ist auch nix."

Ein Landwirtin aus Niederast (Niederbayern) bei der Kartoffelernte

Ob sie auf höhere Einnahmen hoffen kann? Ein Landwirtin aus Niederast (Niederbayern) bei der Kartoffelernte. (Foto: DPA)

Vielleicht tröstet dieser Sinnspruch auch die Bürger anderer Regionen, wenn sie bald im Supermarkt einkaufen.

Über die Jahre hin sind Lebensmittel stets billiger angeboten, teilweise sogar verramscht worden, worunter ihre Qualität litt. Nun könnte sich der Trend ändern.

Das liegt nicht nur am Boom für Bio-Produkte, sondern daran, dass sich viele konventionelle Erzeugnisse wie Milch, Butter, Bier oder Schokolade verteuern. Das ist auch die Folge der jüngsten Ernte.

Vor allem Getreidebauern fahren dieses Jahr weniger in ihre Scheunen ein, was die Preise für Mehl und Brot steigen lassen wird.

Zwischenhändler als Abzocker

Gewiss, das sind schlechte Nachrichten für König Kunde. Keiner ist erfreut, wenn er für Nahrungsmittel mehr Euros auf den Ladentisch legen muss. Viele Familien müssen knapp kalkulieren, und der Aufschwung schlägt sich bisher nur bei wenigen Arbeitnehmern in höheren Gehältern nieder.

Steigende Preise sind dennoch gut. Sie könnten bewirken, dass die Bürger den Wert von Lebensmitteln höher schätzen. Butter, Milch, Gemüse und Schnitzel sind keine Ramschware, sondern Erzeugnisse, in denen viel Arbeit steckt; und für Fleisch müssen viele Tiere ihr Leben lassen.

Gut sind höhere Preise auch dann, wenn sie den Bauern nützen. Viele arbeiten hart und verdienen wenig. Dass die Landwirte nun profitieren, ist aber unsicher. Zwischenhändler wittern ein Geschäft und wollen die Verbraucher abzocken. Politiker und Kartellbehörden sollten nicht zuschauen, wenn es zu unzulässigen Preisabsprachen kommt.

(SZ vom 21.08.2007)

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Leserkommentare (3)



08.09.2007 10:33:43

cashca: Das tägliche Brot und sein Wert.

Wenn wir alle dadurch wieder mehr Qualität bekommen, dann kann man das vetreten

Wenn dadurch die Bauern mehr für ihre harte Arbeit bekommn, ist das in Ordnung.

Wenn aber nur die globalisierten "Zwischenhändler "abzocken, dann ist das reine Abzocke.

Wir sollte gut darauf achten.

Ich empfehle jedem, zurück zum Einkauf direkt vom Hersteller.

Mittlerweile gehen viele Bauern mit Verkaufsständen in die Städt. Regionen, da bekommt man Qualität für sein Geld.

Wenn die Supermärkte nur "Billigware" aus dem Ausland herankarren, dafür aber Preise der höchsten Güteklasse verlangen, obwohl es nur billigst hergezüchtetes Materiasl ohne geschmack und Nährwert ist, dann hilf da nur Boykott.

Wassertomaten , geschmackloser Salat, geschmacklose Gurken , geschmacklose äpfel und sonstiges Obst von sonst wo her ,sollten wir zur Seite legen und die einheimischen Bauern unterstützen, indem wir deren Ware kaufen.

Sie ist auf vielen Vertriebswegen zu haben . Damit legen wir den "Zwischenabzockern", das Handwerk., die sich auf dem globalisierten Markt nur so tummeln und Ramschware überall aufkaufen. und mit satten Gweinnen an den Mann bringen.

Jeder Verbraucher hat es in der Hand, was wir in Zukunft zu essen bekommen.

Qualität oder Gammelfleisch!

Zitat aus dem Artikel:

Steigende Preise sind dennoch gut. Sie könnten bewirken, dass die Bürger den Wert von Lebensmitteln höher schätzen. Butter, Milch, Gemüse und Schnitzel sind keine Ramschware, sondern Erzeugnisse, in denen viel Arbeit steckt;

stimmt....

Das stimmt. Das Produkt "Nahrung muß wieder an Wertschätzung gewinnen.

In der Vergasngenheit wurde doch damit verschwenderisch umgegangen, was da so alles weggeworfen wurde, und auch heute noch weggeworfen wird, ein Skandal.- nicht vertretbar.

Schauen sie die überfüllten Verkaufstheken mit Brot und Backwaren im Supermarkt an, die übermengen in den Betriebsküchen, egal wo, vom Kindergarten bis zur Betriebskantine, am Abend heißt es : Weg damit, ab in den Müll."

Ich hatte mal eine Arbeitsstelle, da wurde jeden Tag, ein Drittel des gelieferten Essens weggeworfen. Das ist einfach pervers.

So gesehen könnten durch die, sicher für viele schmerzhafte Verteuerung auch wieder alle wieder mehr "Achtung" und Wertschätzung für "Das tägliche "Brot "bekommen, wenn es wieder was kostet.


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