Bittere Bilanz am deutschen Automarkt: 2007 haben alle Marke bei den Neuzulassungen kräftig verloren. Hohe Treibstoffpreise und Diskussionen über Autobahnmaut, Tempolimit und Umweltabgaben hinterlassen ihre Spuren.
Einbruch: Der Käuferstreik der deutschen Autofahrer geht bereits in das zweite Jahr - ein Ende ist nicht in Sicht. Foto: dpa
Die Situation ist verfahren. Der Käuferstreik der deutschen Autofahrer geht bereits in das zweite Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht.
An den Neuzulassungen gemessen sieht die Bilanz für 2007 ziemlich düster aus: Marktführer Volkswagen verlor fast zwölf Prozent und stand damit nur wenig besser da als Opel, Ford und Peugeot, von Nissan mit seinem Markteinbruch um fast ein Viertel nicht zu reden.
Selbst der ewige Branchenprimus Toyota musste das Ende seines jahrelangen Wachstums erleben, jedenfalls in Deutschland.
Betroffen waren besonders die Marken mit vielen privaten Kunden, jenen Menschen also, die Anschaffung und Unterhalt ihres Autos aus dem versteuerten Einkommen selbst bezahlen müssen.
Zu Silvester kam noch ein Kracher: Die Traditionsmarke Mercedes büßte auf ihrem Heimatmarkt im Dezember gegenüber dem Dezember 2006 fast ein Drittel ein. Na klar, das ist doch logisch. Schließlich sorgte die Erhöhung der Mehrwertsteuer vor einem Jahr für vorgezogene Käufe.
Klimakiller als Stimmungstöter
Damit sank die Steuerlast und stiegen die Zulassungszahlen. Die Ökonomen sprechen vom Basiseffekt. Doch die höhere Steuer allein erklärt die Zurückhaltung der Autokäufer nicht.
Die Zeiten sind nicht gerade so, dass man sich seinen Freunden als begeisterter Autofahrer zu erkennen geben sollte - der Klimakiller wird schnell zum Stimmungstöter. Diskussionswellen zu Feinstaub und Kohlendioxid, Autobahnmaut und Tempolimit bewegten das Land. Für die Besteuerung von Autos unter ökologischen Aspekten gibt es noch immer keine konkreten Beschlüsse.
Es herrscht eine atmosphärische Gemengelage, die es den Bürgern nicht einfacher macht, sich für die Anschaffung eines neuen Autos zu entscheiden. Zumal die dramatische Entwicklung des Ölpreises Übles ahnen lässt über die künftigen Kosten an der Tankstelle. Seit der Preis für ihren Kraftstoff erstmals über dem von Benzin lag, ist nicht einmal mehr die Welt der Diesel-Fahrer in Ordnung.
Das alles führt zu einer paradoxen Situation: Der politisch informierte Mensch tritt zwar entschieden ein für umweltbewusstes Handeln gegenüber der Industrie. Er fährt selber aber vorerst weiter mit seinem betagten Auto, das logischerweise nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technologie sein kann.
Umweltbewusst im Altwagen
Das durchschnittliche Alter der deutschen Fahrzeug-Flotte liegt inzwischen deutlich über acht Jahren, etwa zwei Jahre höher als Mitte der neunziger Jahre. Das findet der TÜV problematisch.
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Wirtschaft ist witzig