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So billig wie möglich
Wallraff bei Lidl-Bäckerei
29.04.2008, 19:30
Wallraff erhebt schwere Vorwürfe gegen die Lidl-Bäckerei. (Foto: AP)
Jeder kennt ihn, weil er als "Hans Esser" bei der Bild-Zeitung einschlich - und hinterher ein Enthüllungsbuch über die Methoden des Blattes schrieb. Günter Wallraff berichtete später auch, als Gastarbeiter getarnt, von "Ganz unten" - über Arbeit unter harten Bedingungen.
Jetzt war er wieder undercover unterwegs: Einen Monat lang hat Wallraff als verdeckter Reporter in einer Fabrik gearbeitet, die Brötchen für Lidl backt, und dabei nach eigenen Angaben unwürdige Arbeitsbedingungen erlebt.
Für das rheinland-pfälzische Unternehmen sei der Lebensmitteldiscounter Lidl der einzige Auftraggeber, berichtete das Zeit-Magazin "Leben" am Dienstag in einer Vorabmeldung.
Erschöpfung und Brandwunden
Entsprechend hoch sei der Druck, so billig wie möglich zu produzieren. Dem Bericht zufolge arbeitete Wallraff als Niedriglöhner bis zur Erschöpfung und erlitt wie seine Kollegen mehrfach Brandverletzungen.
Die Arbeitsbedingungen der Niedriglöhner seien unwürdig, berichtete demnach der 65-Jährige, der mit den Papieren eines 51-Jährigen eingestellt wurde. Immer wieder sei ihnen ein Teil des zustehenden Lohnes vorenthalten worden.
Zudem lebten sie in ständiger Sorge, willkürlich abgemahnt zu werden, und in dauernder Gefahr, sich zu verletzen, weil Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten würden.
Nachdem sich im vorigen Jahr ein Betriebsrat gegründet habe, sei der gewählte Betriebsratsvorsitzende vom Firmenbesitzer aus dem Unternehmen gemobbt worden.
Wallraff gilt als einer der bekanntesten Undercover-Journalisten Deutschlands. Bekannt wurde er in den 60er Jahren mit seinen Industrie-Reportagen, im vergangenen Jahr arbeitete er verdeckt in Call-Centern. Seine Reportage führte damals zu einer Gesetzesinitiative, um Kunden besser vor unerwünschten Werbeanrufen zu schützten.
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![]() 07.05.2008 09:55:19 schnitzelmann: einmal muss ich noch Kommentieren Lidl hat ja ein entsprechendes Statement hinsichltich dieser Vorwürfe verfasst. Hierbei ist wichtig, dass auch sehr renomierte Unternehmen unabhänige Inspektionen durchgeführt haben und durchweg anscheinend zu positiven Ergebnissen gekommen sind; somit scheinen die Vorwürfe von Herrn Wallraff hinsichtlich der Hygiene doch einigermaßen weit hergeholt zu sein - wie ich schon erwähnte handelt es sich bei Herrn Wallraff nun mal doch nicht um den allwissenden Branchenkenner, egal ob Kohleabbau oder Bäckerei. Interessant ist auch die Aussage von Lidl hinsichtlich der Erhöhung der Einkaufspreise von 35% bei gelichzeitig nur 6% VK. Hierbei müsste mann allerdings erst einmal wissen, was die Bäckerei im Gegenzug zu den 35% alles akzeptieren musste (unter anderem könnte dies z.B. die Bestückung der Filialen auf eigenes Risiko sein, was die 35% ganz schnell wieder relativiert!). Und zu guter Letzt die Aussage, dass die Lieferanten froh seien durch Lidl ihre Produktion auszulasten. Mag sein, allerdings sollte man dabei nicht nach dem Gewinn fragen... ![]()
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