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Formel Eins bleibt bei Landesbank
Altlast
11.12.2003, 10:15
(SZ vom 11.12.03) - Die an der Formel Eins teilnehmenden Autohersteller werden der Bayerischen Landesbank sowie den US-Banken J. P. Morgan und Lehman Brothers nicht die Verwertungsgesellschaft der Formel Eins abnehmen, an der die Geldinstitute zu drei Vierteln beteiligt sind. Sie werden sich auch nicht an dieser Gesellschaft mit Namen Slec beteiligen, die von dem Rennpromotor Bernie Ecclestone gegründet worden war.
Ferrari, BMW, Renault, Mercedes und Ford haben sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus der Autoindustrie mit Ecclestone sowie den Banken darauf geeinigt, eine neue Gesellschaft zu gründen, die die Formel Eins in Zukunft vermarkten wird.
An diesem Unternehmen, dessen Name noch nicht feststeht, sollen die Hersteller sowie die Slec beteiligt sein. So wollen die Hersteller größeren Einfluss auf das Formel-Eins-Geschehen gewinnen und sich einen größeren Teil der Erträge aus dem profitablen Geschäft sichern.
Mit der Gründung der neuen Gesellschaft vermeiden es die Autokonzerne, die hoch verschuldete Slec ganz oder teilweise übernehmen zu müssen. Drei Viertel der Anteile an dieser Gesellschaft, die zeitweilig beim Medien-Konzern Kirch lagen, sind nach dessen Pleite im vergangenen Jahr als Pfand bei der Bayerischen Landesbank sowie bei den US-Banken J. P. Morgan und Lehman Brothers gelandet.
Die Banken, vor allem die Bayern LB, hatten den Einstieg von Kirch in die Formel Eins mit Krediten von 1,6 Milliarden Dollar finanziert. Die Geldhäuser wollten die unfreiwillige Renn-Beteiligung, auf die sie längst hohe Werberichtigungen vorgenommen haben, aber wieder loswerden. Sie fürchteten, die Beteiligung würde ihren Wert völlig verlieren.
Diese Gefahr bestand, weil die Autohersteller damit gedroht hatten, eine eigene Rennserie aufzuziehen, wenn sie nicht mehr Einfluss auf die Formel Eins bekämen und stärker an den sprudelnden Erträgen beteiligt würden. In diesem Falle wären die Slec-Anteile der Banken, die Kirch einst für 1,6 Milliarden Dollar erworben hat, wahrscheinlich wertlos geworden.
Vor einer Woche war aber bereits durchgesickert, es habe in den zähen Formel-Eins-Verhandlungen einen Durchbruch gegeben. Die SZ berichtete, dass die Autohersteller darauf verzichten wollten, eine eigene Formel Eins aufzuziehen.
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