Der ehemalige Siemens-Chef Kleinfeld hat sich dafür ausgesprochen, seine eigene Entlastung und die anderer Manager auf der Hauptversammlung am 24. Januar zu verschieben.
Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte Kleinfeld in New York, er halte die Debatte um eine vorläufige Nicht-Entlastung der Siemens-Gremien "für eine gute Sache". "Ich bin absolut damit einverstanden, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat so lange nicht entlastet werden, bis alle Sachverhalte aufgeklärt sind."
Kleinfeld war im vergangenen Jahr von seinem Amt zurückgetreten und ist heute Präsident und Chief Operating Officer (COO) des Aluminium-Konzerns Alcoa in New York. Zum Korruptionsskandal bei Siemens hatte er sich seit seinem Ausscheiden öffentlich nicht mehr geäußert.
Die Diskussion um eine Verweigerung der Entlastung für die Siemens-Vorstände und -Aufsichtsräte hatten Aktionärsgruppen mit Blick auf die bevorstehende Hauptversammlung begonnen, darunter die amerikanische ISS und die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Ziel ist es, deutsche Staatsanwälte und amerikanische Börsenaufsicht SEC von der Ernsthaftigkeit der Aufklärung zu überzeugen.
Kleinfeld selbst hält die Frage der Entlastung für einen eher symbolischen Akt. Schadensersatzansprüche an ehemalige Manager wären auch nach einer Entlastung möglich, sollten neue Tatbestände auf den Tisch kommen, glaubt er. "Worum es dabei in Wirklichkeit geht, ist Transparenz im Interesse der Aktionäre. Es gibt offene Fragen, und die müssen geklärt werden."
Im Auflösungsvertrag sei ihm zwar zugesichert worden, dass der Aufsichtsrat seine Entlastung beantragen wird, sagte Kleinfeld. Er bestehe aber nicht auf dem Passus, solange nicht alle Fragen im Korruptionsskandal aufgeklärt seien. Ihm sei allerdings nicht bekannt, dass nach seinem Ausscheiden neue Tatbestände auf den Tisch gekommen seien.
Kleinfeld betonte, er habe sich bei Siemens um eine "sachgerechte und vollständige Aufklärung" bemüht. "Unser Ansatz war richtig. Siemens hat die Chance, aus dem allen als geklärtes Unternehmen herauszukommen", sagte Kleinfeld.
(SZ vom 12./13.01.2008/hgn)





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