Der ehemalige Aufsichtsratschef des Mannesmann-Konzerns, Joachim Funk, muss klein beigeben. Für seinen vermeintlichen Anspruch auf ein Büro, einen Dienstwagen, einen Fahrer und eine Sekretärin gab es nie eine Rechtsgrundlage.
Heutige Vodafone-Zentrale in Düsseldorf: Hier wurde eifrig um Pfründe geschachert. Foto: Reuters
Die ehemaligen Angeklagten im Mannesmann-Prozess sind nicht zu beneiden. Peu à peu droht einzelnen von ihnen weiteres Ungemach. Zwar wurden alle im vergangenen Sommer vom Vorwurf der Untreue freigesprochen, doch nun folgt eine Hiobsbotschaft der anderen.
Erst stützte Generalbundesanwalt Kay Nehm ungewöhnlich explizit die Revision der Staatsanwaltschaft, so dass nun viele Prozessbeobachter und -beteiligte damit rechnen, dass der Bundesgerichtshof im Herbst eine Wiederauflage des Prozesses ankündigt.
Ob das der Karriere des damals angeklagten Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann gut tun würde, ist fraglich, auch wenn die Bank sich auf keine Personaldiskussion einlassen will.
Auch der seinerzeitige Mannesmann-Chef Klaus Esser musste erst vor kurzem eine weitere Niederlage einstecken. Er hatte in einem Zivilverfahren wegen Rufschädigung auf Schadenersatz geklagt und 200000 Euro gefordert, musste sich aber mit 10000 Euro zufrieden geben.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung muss nun ein dritter Protagonist des Prozesses klein beigeben: Joachim Funk, 71. Funk war Aufsichtsratschef von Mannesmann, als das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Anfang 2000 von dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone übernommen wurde.
In den Wirren der Transaktion hatte sich Funk ausbedungen, lebenslang einen Anspruch auf ein Büro, einen Dienstwagen, einen Fahrer und eine Sekretärin zu haben – auf Kosten von Vodafone.
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