Ein Kommentar von Thomas Fromm

BMW koppelt die Bezüge der Topmanager an die Löhne der Fabrikarbeiter - ein wichtiges Signal, und zwar nicht nur an die eigene Belegschaft.

BMW, Managergehälter, Foto: dpa

Der Lohn der Mitarbeiter am BMW-Band wirkt sich künftig auf die Managergehälter des Unternehmens aus. Foto: dpa

Es sind Meldungen, die einen ratlos zurück lassen. Ausgerechnet der amerikanische Versicherungskonzern AIG, der mit 170 Milliarden Dollar Steuergeldern vor der Pleite gerettet wurde, überweist wieder Millionenboni an seine Führungskräfte. Und in der Londoner City können sich die Investmentbanker schon wieder auf einen üppigen Geldregen freuen: Insgesamt 6,6 Milliarden Euro sollen demnächst ausgeschüttet werden. Das Argument der Finanzindustrie ist immer dasselbe. Die Großverdiener müssen mit Millionen motiviert werden, damit sie nicht zur Konkurrenz wechseln.

Dass es gerade jener Berufsstand war, der mit seinen Zockereien vor zwei Jahren zuerst die Finanzkrise und dann die größte globale Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten angezettelt hat - es scheint schon wieder vergessen. Nicht nur Steuerzahler verlieren so den Glauben an das System - auch Tausende einfache Bankangestellte, die im Zuge der Krise ihre Jobs verloren haben. Der Münchner Autohersteller BMW macht nun vor, dass es auch anders geht. Im Gegensatz zu vielen Großbanken benötigen die Bayern keine Staatshilfen. Dennoch hat sich das Unternehmen als erster großer Dax-Konzern ein neues Vergütungsmodell verordnet, mit dem die Bezüge der Topmanager an die Entlohnung der Fabrikarbeiter gekoppelt werden. Der Abstand darf sich künftig nur noch innerhalb bestimmter Grenzen verändern.

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Gewiss, wer bei BMW am Band steht, wird auch in Zukunft weniger verdienen als ein Topmanager. Aber er kann sicher sein, dass die Schere zwischen den unterschiedlichen Einkommen sich nicht unverhältnismäßig öffnet. Dies ist ein wichtiges Signal - nicht nur an die eigene Belegschaft.

BMW St

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WKN: ISIN: Typ: Branche:
519000 DE0005190003 Aktie Automobilhersteller

(SZ vom 26.10.2009/mel)