Überraschung: Trotz Rekorden bei Euro und Öl haben die deutschen Unternehmer bessere Laune als im vorigen Monat.

Trotz immer neuer Rekordstände von Euro und Ölpreis hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder aufgehellt.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November überraschend auf 104,2 von 103,9 Punkten, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag mitteilte.

"Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Konjunktur auf hohem Niveau nur allmählich abkühlt", fasste Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die monatliche Umfrage unter 7000 Unternehmen zusammen. Zuletzt hatte es im April einen Anstieg gegeben.

Die Unternehmen beurteilten ihre Lage besser als im Oktober, ihre Aussichten dagegen etwas schlechter als im Vergleichsmonat Oktober. "Bei den Exporteuren hat sich der Optimismus trotz des steigenden Eurokurses sogar etwas verstärkt", sagte Sinn. Die Gemeinschaftswährung eilt seit Wochen von Rekord zu Rekord und ist nur noch einen Tick von der Marke von 1,50 Dollar entfernt.

Hält sich die Gefahr eines starken Euro in Grenzen?

Deutsche Exporte in andere Währungsräume werden dadurch teurer. "Der Euro ist für die Firmen nicht so gefährlich wie vielfach angenommen", sagte Ifo-Experte Hans Günter Russ. Die Exporte würde viel stärker leiden, wenn in den Abnehmerländern die Konjunktur deutlich an Dynamik verliere.

Angesichts der guten Lage wollen die Unternehmen weiter einstellen. "Die Personalpläne zeigen wieder vermehrt nach oben", sagte Sinn. Der Lageindex stieg auf 110,4 Punkte von 109,6. Der Index für die Geschäftserwartungen trübte sich auf 98,3 von 98,6 Punkten ein.

Die Daten zeigen Experten zufolge, dass die Unternehmen mit dem schwierigen Umfeld besser als erwartet zurechtkommen. "Sie sind bislang widerstandsfähig gegen hohen Ölpreis und starken Euro", sagte Alexander Koch von Unicredit. Dennoch deute sich ein schwächeres Wachstum in den kommenden Monaten ab.

"Stillstand oder gar eine Rezession ist aber nicht in Sicht", sagte Koch.
Der unerwartete Anstieg des Ifo-Index gab dem Euro wieder etwas Auftrieb. Er kletterte auf 1,4845 Dollar von 1,4825 Dollar kurz vor der Veröffentlichung.

Der Bund-Future gab dagegen seine Gewinne wieder ab und pendelte um seinen Vortageschluss von 115,23 Zählern. Zuvor hatte er noch etwa zehn Ticks im Plus notiert. Der Dax reduzierte seine Verluste ein wenig, verharrte mit 7536 Punkten aber 0,4 Prozent im Minus.

(Reuters/sms/mah)