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Ex-Außenminister Fischer streitet sich öffentlich mit seinem ehemaligen Chef Schröder. Im Ringen um die Gasversorgung Europas warnt er vor Russland.

Joschka Fischer, ap

Harte Kritik an Russland: Ex-Außenminister Fischer (Foto: AP)

Joschka Fischer ist derzeit kein Freund russischer Politiker. Auf einer dreitägigen Energiekonferenz im ukrainischen Jalta stritt sich der ehemalige Bundesaußenminister nach Kräften mit dem ehemaligen russischen Regierungschef Viktor Tschernomyrdin. Fischer trommelte für mehr Energieeffizienz und eine aktivere Energiepolitik der Europäischen Union und warnte wortreich vor einem Energie-Monopol Russlands. Tschernomyrdin widersprach vehement: Die Reserven reichten länger als von Fischer behauptet und überhaupt brauche er sich von dem Deutschen keine Nachhilfe in Energiepolitik geben zu lassen.

Auf der Konferenz waren die Interessen klar verteilt. Tschernomyrdin vertritt den russischen Energiegiganten Gazprom und dessen europäisch-russisches Pipeline-Projekt Nord Stream. Vorsitzender des Aktionärsausschusses von Nord Stream ist Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Fischer dagegen ist für das EU-Pipeline-Projekt Nabucco in den Ring gestiegen. Er berät dabei die Konsortiumsmitglieder RWE und OMV.

"Schlicht unzutreffend"

Es wäre auch bei der üblichen Polemik von Edel-Lobbyisten geblieben, hätte nicht Schröder am Wochenende ein neues Argument gegen Nabucco ins Spiel gebracht. Dieser hatte auf einer Energiekonferenz in Kasachstan gesagt, für die EU-Pipeline gebe es nur dann genug Gas, wenn die politischen Differenzen mit Iran beigelegt würden.

Das war zu viel für Fischer, der bis dato einen direkten Schlagabtausch mit seinem einstigen Regierungschef vermieden hatte. Was Schröder gesagt habe, sei "schlicht unzutreffend" ließ er sich im Handelsblatt zitieren. Iran werde nicht benötigt, bei Nabucco gehe es allein um Gasvorkommen aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Nordirak, argumentierte er. Auch die russischen Energiepolitiker ging Fischer in dem Interview nochmals scharf an. Er sprach vom "postsowjetischen Raum", in dem nur in den "Öl- und Gaskategorien der Vergangenheit" gedacht werde. Die russische Antwort darauf kommt bestimmt.

(sueddeutsche.de/cmat/pka)

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Leserkommentare (13)



29.09.2009 11:13:22

Legis: @Kraftwerker: Fischer ist vermutlich im Auftrag von den USA für die Erschließung des Eurasischen Raums ausgebildet worden

Wie Saakaschwili. Der war im US-Regierungsförderprogramm

Wikipedia zeigt es....

Aber bei uns sind die Medien gleich, als es hieß "Rußland hätte Georgien angegriffen" auf den Zug aufgesprungen.

Nur den Bloggern im Netz war es zu verdanken, dass die Wahrheit herauskam.

Damals hatten sogar die Israelis die Georgische Armee mit ausgebildet. Das konnte man sogar in den israelischen Zeitungen lesen.

Der Deutsche ist ja so leicht zu beeinflussen.....INSM / Bertelsmann & Co.....


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